Neues vom Amt.

Natürlich will ich euch immer auf dem Laufenden halten, was mein prickelnd-aufregendes Leben betrifft. Hach, ich bin die Königin der Ironie.

Blüte meiner Duftpelargonie

Also, was habe ich erlebt?

Ein Erdbeben, direkt live auf meinem Sofa am eigenen Leibe erfahren. Kreditkartenbetrug, sofort von Barclaycard entdeckt (64 US-Cent!). Valentinstag. Den ich immer noch gut finde. Ein alter Freund hat mich auf Facebook gefunden, ohne mich gesucht zu haben. Ein Zwei-Wochen-Epos um die Neubeschaffung einer TAN-Liste. Und halt das Neue vom Amt.

Wenn man in die Fänge der Arbeitsagentur gerät, muss man eine Vereinbarung unterschreiben. In der wird unter anderem auch festgelegt, wie oft man sich in einer bestimmten Zeit bewerben muss (über Sinn und Unsinn einer solchen Vereinbarung mag ich jetzt gar nicht reden).

Die eigenen Bemühungen muss man natürlich auch belegen, und deswegen musste ich neulich eine Liste an meine Sachbearbeiterin schicken. Ich habe die Liste gemailt, und wir wissen ja seit meinem legendären Bewerbungsschreibenabgebtermin neulich, dass man nach der Bestätigung fragen muss, sonst ist man am Arsch.

Nach drei Tagen hatte ich aber noch nichts gehört und entschloss mich deswegen zu einem Anruf. Natürlich bei der bewährten kostenpflichtigen Hotline!

Da war ein sehr netter Mann dran, der mir leider nur sagen konnte, dass meine Frau R. nicht mehr im Büro sei (war ja schließlich schon nach 15 Uhr!). Er sicherte mir aber zu, sich um die Sache zu kümmern, Frau R. werde sich mit mir in Verbindung setzen, erzählte er.

Hat sie auch prompt am nächsten Tag getan, und sich dafür entschuldigt, dass ich keine Rückmeldung bekommen habe. Die Liste war jedenfalls angekommen.

So ist das immer: Die Leute, die ihren Namen nennen, bzw. die zuständigen Bearbeiter, die sind sehr nett, scheinen ihren Job relativ gern zu machen und auch ein Interesse daran zu haben, einen zu unterstützen. Und kein Interesse daran zu haben, einen noch weiter zu demütigen, als man es durch die Situation eh schon ist.

Die Schlimmen sind die anderen, die, deren Namen man nie erfährt. Denen ist man schlichtweg egal, und es ist egal, ob sie einen sinnlos antanzen lassen oder nicht. „Dienst nach Vorschrift“ ist für so etwas fast noch geschmeichelt, das sind einfach nur leidenschaftslose Papiertiger, ach, Papiertiger ist viel zu nobel, es sind allerhöchstens Papiergrottenolme*.

Allerdings muss ich ihnen lassen: Sie sind gerecht. Es wird jeder gleich desinteressiert und unangestrengt verächtlich behandelt.

Immerhin was.

ETA: Ganz vergessen! Meinen Leistungsbescheid habe ich tatsächlich schon acht Tage nach der Zusendung meiner Unterlagen bekommen. Ich habe ab sofort -87 Euro monatlich zur Verfügung, um mir die kleinen Luxusfreuden des Lebens zu gönnen. Also beispielsweise Essen, Klopapier, Zahnpasta, die Zuzahlung für meine Thyroxintabletten … Das kann ja interessant werden.


*Grottenwas? Klickst du hier.