Alle Beiträge von Alexandra

Alextravaganza, Tag 32

Entspannung. Schwule Barbies. Himmel und Hölle. There go all my defenses.

Treue Untertanen Liebe Leser! Ich bin heute so entspannt und gut gelaunt, ich kann gar nicht richtig bloggen. Es zeigt sich: Mich muss gerechter Zorn oder zumindest beleidigtes Schmollen anfeuern, um effektiv schreiben zu können. Ein bisschen bedenklich, oder?

Ich hatte heute netten Besuch, der mir auch schon die ersten Geburtstagsgeschenke mitgebracht hat: zwei große weiße Billys. Die heißen bei uns nur noch schwule Barbies, weil es nämlich schwule Anziehpuppen gibt, die eben Billy heißen („anatomically correct“ *kicher*). Hach. Ich leihe mir morgen auf der Arbeit die Bohrmaschine aus und schraube direkt los! Das wird auch meine bereits vorhandenen Billys entlasten, die biegen sich schon ein bisschen unter ihrer Last. Dabei habe ich noch nicht mal alle meine Bücher hier! Teilweise leben die noch bei meinen Eltern. Ich kann es kaum erwarten, die meinem Haushalt wieder einzuverleiben. Die Bücher, nicht meine Eltern. Die sind schon ganz gut aufgehoben, da wo sie sind.

Apropos Eltern. Ich habe neulich beim Lidl ein Wasserspararmaturenset gekauft und gestern damit das Dings am Wasserhahn im Bad ausgetauscht. Ich habe, als braves Kind,  meiner Mama gemailt und ihr das gesagt.Unser Austausch liest sich  so:

Ich:

Ich habe vorhin mit dem Armaturenset vom Lidl einen neuen Dings an meinen Wasserhahn montiert. Der Wasserstrahl hat jetzt keine Schlagseite mehr!

🙂

Sie:

ich bin ja so stolz auf dich. mischdüse heißt das ding, falls dich doch mal einer fragt.
liebe grüße

mama

Apropos Mama. Meine Eltern haben seit etwa drei Monaten Internet, und meine Mutter checkt jetzt schon zweimal täglich ihre E-Mail, schreibt prinzipiell nur klein und bevorzugt Firefox. Wie geil ist das denn?!

So, ich esse jetzt schön gepflegt ein Stücken Himmel & Hölle (Bäckerei Hug! Ihr Teufel! Nachdem ich schon nach Flammenden Herzen und Granatsplittern süchtig war, ist es jetzt Himmel & Hölle!), und ihr dürft euch den Song des Tages anhören. Den bringt uns mal wieder die unvergleichliche Dolly Parton, deren Ausdruck Tough Titty! ich gerne bei allen passenden Gelegenheiten anbringe.

Ach so, das Lied hat auch einen Titel, es heißt Here You Come Again.

Übrigens wird die Beschreibung auf der Internetseite der in Geschmack und Konsistenz perfekt ausbalancierten Köstlichkeit von Himmel & Hölle gerecht!

Alextravaganza, Tag 31

Ralph Lauren: A pox upon your house.

Eigentlich wollte ich euch heute etwas über meine Eltern erzählen, aber weil ich mich schon wieder so sehr über den grassierenden Dickenhass/Magerwahn aufregen muss, blogge ich heute nochmal drüber.

The criticism that Ralph Lauren doesn't want you to see!Ich habe ja schon in der von der Kritik wohlwollend aufgenommenen Alextravaganza 28 über das enorm obszön verphotoshoppte Bild aus einer Ralph-Lauren-Kampagne gesprochen (zu sehen zu Ihrer Linken).  Inzwischen grassiert auch ein zweites Bild im Internet, das jemand in einem australischen Schaufenster abfotografiert hat.

Die unschlaue Reaktion von RL war ja Folgendes: Erst gegen die Blogger vorgehen, die das Bild kritisieren, dann sagen hoppla, vielleicht haben wir doch beim Photoshop ein bisserl übertrieben. Dass es nun ein zweites Bild gibt, legt für mich die Annahme nahe, dass das kein Versehen ist, sondern dass die Bilder so aussehen sollen. Schon das allein bewegt mich zu der Aussage: Ihr Arschlöcher.

Der Kommentar des Unternehmens zu dem ersten Bild, vielmehr zu der Kritik an dem Bild, war mehr als oeinlich:

For over 42 years we have built a brand based on quality and integrity. After further investigation, we have learned that we are responsible for the poor imaging and retouching that resulted in a very distorted image of a woman’s body. We have addressed the problem and going forward will take every precaution to ensure that the caliber of our artwork represents our brand appropriately.

Integrity, my arse.

Auf der Arbeit habe ich, das habe ich vielleicht noch nicht erwähnt, gefühlte 37.000 Feeds im Google Reader. Einer davon ist der Feed der Ärztezeitung, und sogar die war sich nicht zu schade, am Freitag folgende Meldung zu bringen: Supermodel gefeuert – mit 54 Kilo zu dick?

PhotoshopDisasters: Ralph Lauren: The Hits Keep On Coming

Liebe Leute. Ich kann euch gar nicht beschreiben wie sehr mich das aufregt. 1,78 m. 54 Kilogramm. Meint der feine Herr Lauren nicht, dass da mit seinen Mustern was nicht stimmt, wenn die einer Frau mit diesen Maßen nicht passen?

Wenn ich an den BMI glauben und ihn für eine in irgendeiner Weise aussagekräftige Zahl halten würde, könnte ich jetzt auch darauf hinweisen, dass die gute Filippa nach WHO-Richtlinien fest im untergewichtigen Bereich ist. Aber ich glaube nicht an den BMI, dieses Argument darf ich also nicht verwenden.

Leider finde ich einen anderen Artikel nicht mehr, in dem Filippa Hamilton erzählt, dass sie seit acht Jahren mit RL, dem Imperium des Bösen (meine Worte, nicht ihre) zusammenarbeitet, und seither noch nie zugenommen hat.

Acht Jahre? ACHT JAHRE? Lässt das außer mir noch jemandem das Blut gefrieren? Die Tatsache dass Ralph Lauren, a pox upon his house, eine Frau die mit 23 Jahren noch das gleiche wiegt wie als 15-jähriges Kind, dass also das Unternehmen Ralph Lauren so eine Frau ZU FETT findet?

Ich gehe auch davon aus, dass das Model schon mit 15 Jahren 1,78 m groß war, kleiner braucht man es als Model kaum versuchen. Das bedeutet, dass das Mädchen ACHT VERDAMMTE JAHRE untergewichtig war. UND MIT DIESEM UNTERGEWICHT JETZT ZU FETT IST.

Ich bin sprachlos.

Allerdings tut es mir ein bisschen leid, dass ich nicht dünn und reich bin, damit das Unternehmen die gesamte Wucht meiner Entrüstung spüren könnte.

Hier übrigens ein interessanter Link zu einem Artikel, in dem es auch um die Nichte von RL geht – die heute noch an den Folgen ihrer Magersucht leidet, für die sie unter anderem auch das in Modebildern propagierte Schönheitsideal verantwortlich macht: Ralph Lauren Photoshops Supermodel Into Olive Oyl. Das Blog heißt The F-Word, und auch die anderen Artikel sind sehr lesenswert. Schaut euch ruhig mal drauf um, ich warte währenddessen.

Karl Lagerfeld: der gleiche Depp. Manche alten Männer sollten einfach mal den zahnlosen Mund halten und sich lieber die Prostata untersuchen lassen.

Ich bin ja dick, es ist ja bekannt das Leute wie ich den ganzen Tag nur essen (warum wäre ich sonst so fett?!) – aber noch nicht mal ich kann so viel essen, wie ich grad kotzen möchte.

Jetzt haben wir uns alle ein bisschen gute Musik verdient: Nämlich Amy Winehouse und Valerie – und zwar die langsame Version von der Bonus-CD, Deluxe-Version, oder was weiß ich. Jedenfalls ist das die eindeutig bessere Version.

Alextravaganza, Tag 30

Nur noch eine Woche bis Tag X! Wie kann das auf einmal so plötzlich kommen? Meine semi-ultimative Glücksliste.

Nachdem ihr inzwischen wisst, dass ich kein Fan von Schwulenvorurteilen, Dickenvorurteilen, der Farbe Blau und der Bildzeitung bin, will ich euch aber auch ein paar der Sachen mit euch teilen, die ich gern mag.

Eine lange Liste, aber bei weitem nicht vollständig.

Aber zuerst: Platz 8 der Alextravaganza-Charts: (You Make Me Feel Like) A Natural Woman. Wenn es von einem Lied mehrere Versionen gibt, mag ich üblicherweise nur eine davon, die anderen sind immer alle Schrott. Gleichgültigkeit gibt es da nicht. Gut oder scheiße. Ja, ich bin wahrlich die Tochter meiner Mutter!

Bei Natural Woman ist es allerdings anders. Ich liebe es in der Version von Carole King, die es auch geschrieben hat, und in der Version von Aretha Franklin, die ebenfalls prinzipiell unschlagbar gut ist. Deswegen also diesmal beide Versionen; Carole King direkt hier am Start, und am Ende dieses Posts von Aretha Franklin.

Schaut euch übrigens mal den Wikipedia-Eintrag zu Carole King an, ihr werdet staunen, wie viele der besten Songs aller Zeiten ihrer Kreativität entsprungen sind. Viele meiner absoluten Lieblingslieder sind von ihr, und ich finde Tapestry ist eines der besten Alben aller Zeiten.

So.

Genug von Carole King, zurück zu mir. Ich weiß, ich höre mich immer so an als wäre ich nur nörgelig, das ist aber nicht so. Es gibt auch viele Sachen (und Menschen! und Ungreifbares!) die ich sehr gern mag, und die immer ein kleines Flackern des Glücks in mir entzünden.

An guten Tagen wird ein loderndes Feuer draus, an anderen Tagen muss das Flämmchen kämpfen. Aber wirklich ausgegangen ist es noch nie.

Rot.

Sabine.

Katzen.

Fledermäuse.

Weintrauben.

Wind.

Regen.

Lieder die mich beim Autofahren so sehr zum Heulen bringen, dass ich rechts ranfahren muss.

Jemanden anfassen.

Dass ich ein Wunschkind war.

Ohrringe.

Meine gesunden Zähne.

Meinen Bruder Matthias.

Meine Schwägerin Elke.

Zimmerpflanzen.

Mein Bett.

Kaschmirpullis.

Dass mich praktisch jeder gut leiden kann.

Handtaschen.

Vollfettjoghurt ohne alles.

Nagellack.

Michi.

Naddel.

Ulla.

Steve.

Dass ich zwar leicht geknickt bin, mich aber schnell wieder aufrichte.

Spachtelmasse.

Ganz frische Notizbücher.

Listen führen.

Bleistifte kaufen.

Bienenwachskerzen.

Bienen.

Hummeln.

Lavendel.

Den Sonnenaufgang.

Vollmond.

Sternschnuppen.

Orion.

Den Gesang von Nachtigallen.

Elstern.

Lesen.

Nähen.

Seide.

Fensterputzen.

Den Duft von Kastanienblüten.

Enten füttern.

Farbe.

Fabrikbesichtigungen.

Dass ich braune Haare habe.

Hochsteckfrisuren, auch wenn ich keine hinkriege.

Kraken.

Veilchen.

Pfingstrosen.

Wickenblüten.

Ringelblumen.

Kastanien.

In ein frisch bezogenes Bett schlüpfen.

Seesterne.

Schotten.

Mit Freunden kochen und essen.

Richtig gute Chuck-Norris-Witze.

LOLcats.

Meinen Mund.

Dass ich genau weiß, wie mich Frauenzeitschriften manipulieren, und sie trotzdem gerne lese.

„Closer“ von den Nine Inch Nails.

„You’ve Got A Friend“ von Carole King.

Dass ich fast jedes beliebige Gespräch gewinnen kann.

Dass ich gut in meinem Job bin.

So eine Liste sollte man öfter machen. Da kann man jeden Tag sehen, dass man Grund zum Glücklichsein und zur Dankbarkeit hat.

Alextravaganza, Tag 29

So you feel misunderstood? Well baby, have I got news for you.

Am anderen Ende des Siechtums. Glücklicherweise habe ich nicht nur Hypochondererbgut, sondern auch eine grundrobuste Konstitution! Deswegen habe ich den Anflug von Erkrankung gut weggesteckt, nur durch Konsum von Tee und heißer Milch. Mit ein bisschen Schokoladenpulver drin, natürlich.

Meiner Geistesstärke hat das aber alles nichts genützt, ich bin im Kopf wie leergefegt.

Ich weiß nur eines: Mich nervt dieses Getue um den Tod von Stephen Gately. Jetzt sind alle bass erstaunt, dass er an „natürlichen Ursachen“ (einem Lungenödem) gestorben ist.  Er war ja schwul, also hätte er ja auch an was Schwulem sterben müssen, das kann man von den Leuten ja wohl erwartenJa Herrgott, auch Schwule sterben an unschwulen Sachen! Verkehrsunfälle zum Beispiel. Ok, das ist mir jetzt erst beim Tippen aufgefallen, dass das missverständlich sein könnte.

Aber wer mich kenn, weiß auch: Ich mache keine Wortspiele, und finde sie auch bei anderen nicht lustig.

Gna.

Ich will gar nicht wissen, was die Bild zu sowas schreibt. Ich kann morgens schon kaum mehr die Schlagzeilen auf der Bild-Werbung anschauen, da wird’s mir meist ganz anders. Aber beim Vorbeiradeln extra den Blick abzuwenden scheint mit doch etwas zu gefährlich zu sein.

Ich rege mich auch jedesmal tierisch bei dieser Fernsehwerbung auf, bei der „Prominente“ dastehen und sagen, wie toll die Bild über sie Bescheid weiß. Schämen die sich nicht? Mit so etwas gemeinsame Sache zu machen?

Die Bild ist keine Zeitung, die ist ein Geschwür. Jedesmal wenn jemand etwas in der Art von „die verstehen ihr Handwerk“ sagt, wird es mir am ganzen Körper schlecht. Die verstehen weder ihr Handwerk noch die Grundsätze der Menschlichkeit.

Ich bin kein Fan der Bild.

Apropos Medien, apropos Klasse, apropos schwul: Was wäre denn eine schwule Todesart? Zu Tode gefistet? Ich komme darauf wegen des Fisting-Versprechers, hat den jemand mitbekommen?

Das ZDF beweist Souveränität und hat den Versprecher im Internet bereitgestellt: „Fisting“ statt „Phishing“.

Hut ab. So macht man das.

Ich gehe jetzt und mache mir noch eine heiße Schokolade, und ihr hört euch Platz 9 (NEUN? Das kann doch gar nicht sein, oder?! Mein Königreich für einen Mathematiker!) der Alextravaganza-Playlist an: Strong Enough von Cher.

Drehen Sie Ihr Gerät lauter!

Geiler Song – aber das waren noch Zeiten, als der iMac so cool war, dass er in jedes Musikvideo reingezwängt wurde!

Alextravaganza, Tag 28

Ich bin krank. Oh, ich bin so krank. Ich habe Hypochondererbgut.

Kennt ihr das, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist? Der Kopf tut weh, im Hals kratzt es, die Nase ist verstopft und/oder sie läuft, man friert, während es am Kopf zu warm und zu stockig ist, und generell herrscht Endzeitstimmung. So geht’s mir gerade. Nicht schön.

Aber ich halte mit mit heißem Tee, heißer Schokolade, Buttertoast und meiner gelben Bassettidecke (ein Sabinegeschenk) am Leben.

Heute sind wir schon bei Platz 14 der Alextravaganza-Playlist – falls ich mich nicht irre. Wenn einer von euch Lust hat das nachzuzählen … nur zu. Korrektur bitte in den Kommentaren. Heute also Will Young mit Leave Right Now – und zwar live. LIVE, Leute.

Und weil ich unglaublich, wahnsinnig, dramatisch krank bin, gibt es heute nur eine kurze Ansage. Meine Einstellung zu der ganzen dick/dünn/Mode-Sache solltet ihr inzwischen ja kennen.

Ralph Lauren, die bekannte Modemarke, versaut eine Anzeige, und zwar drastisch. Die von mir hochgeschätzte Seite PhotoshopDisasters hat das sehr zu recht aufgegriffen und gesagt, hier, Leute, Arsch offen. Ralph Lauren, Profis durch und durch, zögern nicht lange, schreien „Copyrightverletzung!“, und lassen den Provider das Bild vom Server nehmen.

Nicht gerechnet hat das RL-Höllenkonglomerat aber mit BoingBoing, einem kanadischen Blog, das das Bild zeigt und meint: „RL, suck my scrotum“ (ich paraphrasiere).

Warum ich denke, dass Ralph Lauren jeden Spott und jede denkbare Kritik verdient hat, die das Unternehmen mit dem besagten Bild auf sich gezogen hat?

Weil es so aussieht: The Criticism That Ralph Lauren Doesn’t Want You To See!

Originalpost von PhotoshopDisasters hier: Ralph Lauren: How To Turn A Photoshop Disaster Into A Photoshop Catastrophe