Das Jahr in Zitaten (mit Weekend-Update)

Das heutige Zitat ist wieder so eine Sache … Milton Berle ist in den USA eine Legende, bei uns eher nicht.

Leider hilft das nur moderat lustige Zitat auch nicht wirklich, den Ruhm von „Mr Television“ weiterzuverbreiten:

He works 8 hours a day and sleeps 8 hours a day – the same 8 hours.

So ohne Kontext hat das natürlich keinen Schmiss. Oder vielleicht bin ich kulturell so verwahrlost, dass ich es einfach nicht zu schätzen weiß. Kann auch sein.

Egal, Zitat ist lahm, dafür war mein Wochenende gut! Gestern war ich mit Sabine morgens im Depot, dringende Dekobesorgungen erledigen. Unter anderem habe ich zwei grüne Kisse für meine Balkonstühle gekauft und so deren Bequemität mindestens verdoppelt.

Danach habe ich den Rest des Tages auf der Geburtstagsfeier von Sabines Mutter verbracht. Inzwischen fühle ich mich in der Familie so zuhause, dass ich vermutlich ohne Probleme von jedem Familienmitglied ein Spenderorgan annehmen könnte. Ich bin so gut ohne meine Krücken zurechtgekommen, dass ich sie abends im Auto vergessen habe.

Heute haben Sabine und ich bei mir gebruncht, mit allem Drum und Dran: Semmeln, Brezen, Käse, Wurst, Rührei, Speck, Blaubeerpancakes, Ahornsirup, Blaubeersirup, Tee, Sekt, Orangensaft, Grapefruitsaft … traumhaft.Trotz Zeitumstellung habe ich es übrigens geschafft, noch vor Sabines Ankunft Bad und Klo zu putzen und in der Küche zu staubsaugen! Hach, es ist so schön, wenn die Bewegungsfreiheit wiederkommt. Weil ich jetzt auch keine Sitz-Oasen in der Küche mehr brauche, konnte ich die oben bereits erwähnten Stühle auch wieder auf den Balkon stellen; die hatte ich bisher die ganze Zeit in der Küche stehen.

Den Nachmittag habe ich dann auf dem Balkon in der Sonne verbracht und gelesen – zwei Meg-Langslow-Bücher von Donna Andrews, wenn ihr es genau wissen wollt. Das war übrigens einer der wenigen positiven Nebeneffekte des Unfalls: Ich hatte endlich mal wieder so richtig viel Zeit und Muße zum Lesen. Ich habe mehrere Bücherserien in chronologischer Reihenfolge und auf einen Rutsch durchgelesen. Super war das.

 

Das Jahr in Zitaten (+ TMI)

Heute hatte ich meinen zweiten Termin für die Krankengymnastik. Dazu sage ich euch später ein paar Worte, zuerst kommt aber wie immer das heutige Zitat.

I am extraordinarily patient, provided I get my own way in the end.

Margaret Thatcher

Stichwort Krankengymnastik: Mein Krankengymnastopathiker heißt Roger, und er hat es auch heute wieder geschafft, dass ich ein paar Schritte schmerzärmer als sonst gehen konnte, und das Gelenk gut und gerne ein Grad mehr biegen konnte als vorher. Die ganze Sache ist ein langwieriger und schmerzhafter Prozess, aber mit so ein bisschen Fortschritt alle paar Tage bleibe ich wenigstens ein halbwegs motiviert und hoffnungsvoll.

TMI:

(Wer Bauchspeck nicht abkann, sollte hier aufhören zu lesen.)

Ich gebe mir jeden Tag eine Spritze zur Thrombosevorbeugung. Inzwischen bin ich schon bei einer niedrigeren Dosis als am Anfang, ha! Jedenfalls gebe ich mir die Spritzen in den Bauchspeck, den mir eine gütige Vorsehung (wahrscheinlich genau dafür!) mitgegeben hat. Natürlich überlege ich mir dabei jeden Tag, wie ganz dünne Menschen damit klar kommen – aber vermutlich geht das auch mit banalen Hautfalten.

Das Wunderliche dabei: An manchen Stellen gleitet die Spritze schmerzlos und geschmeidig in das Gewebe, wie das sprichwörtliche warme Messer in die sprichwörtliche Butter. Einen Zentimeter daneben kann es sein, dass es sich anfühlt, als würde man mit einer stumpfen Nähnadel durch ein paar Schichten Jeansstoff und eine Lage Leder nähen wollen. Eher so knorpelig. Ich würde gerne wissen, was das was ist – ist das Knorpelige Fett? Oder ist das Geschmeidige das Fett und das Knorpelige doch eher was anderes? Ich traue mich nicht, deswegen den Arzt anzusprechen, der ist mir für meinen Geschmack viel zu sehr dazu bereit mich ein bisschen auszulachen.

Das Jahr in Zitaten (mit Fußnews)

Diesmal mit einem Ausspruch, den man heute so wohl nicht mehr tätigen könnte.

If my books had been any worse, I should not have been invited to Hollywood, and if they had been any better, I should not have come.

 – Raymond Chandler

Die Fußnews:

Gestern hatte ich meine erste Krankengymnastik-Einheit. Der Gymastiker hat erst etwa 15 Minuten lang meine Fuß manipuliert, was nicht nur sehr angenehm und unschmerzhaft war, sondern auch den bestehenden Schmerz ein bisschen verdrängt hat. Dann musste ich ein bisschen vor ihm hin- und her humpeln, und konnte dabei zwei oder drei berauschende Schritte lang sogar richtig auftreten. Also so richtig mit Ferse auf dem Boden. Aber immer noch schmerzhaft.

Ich soll den Fuß möglichst viel bewegen und auch „richtig“ laufen. Naja. Morgen geh ich wieder hin. Ich habe insgesamt zehn Einheiten verordnet bekommen, jeweils zwei pro Woche.

Wenn ich meinen Knöchel nicht gerade mit einem warmen Kirschkernkissen besänftige, gehe ich ungeschickt in der Wohnung umher. Morgens mit Krücken, bis das Gelenk ein bisschen aufgewacht ist, dann ein paar Schritte in der Küche ohne Krücken. Dann wieder Kirschkernkissen.

Heute bin ich bis ins Wohnzimmer vorgestoßen; dabei habe ich mitleiderregend vor mich hingewimmert. Hilft natürlich nix, wenn das keiner hört, aber ohne kann ich das noch nicht.