Gah. Neuer Aufreger.

Heute gefunden, im Zuge der Bewertung der anonymen Geburt vom Deutschen Ethikrat (und ich zitiere aus dem Kopf, weil ich den Zugang zu dem Medizinfachblatt nur auf der Arbeit habe):

Frauen die einen Neonatizid erwägen weisen praktisch immer  einen Mangel an Problemlösungsstrategien und Kommunikationsfähigkeit auf.

Ja was, echt, wirklich?

Ich weiß nicht was mich da mehr aufregt, die kapital-arschlochige Ausdrucksweise oder die enorm banale Binsenweisheit, der damit so ungelenk Ausdruck verliehen wird.

Ich schau morgen nach und ersetze es durch das Originalzitat. Komplett mit Quelle und E-Mail-Adresse zum Beschweren.

Ich weiß nicht wie Leute täglich bloggen können, die nicht mindestens ein Dutzend wissenschaftlicher Informationsdienste im Feed Reader haben. Wenn ich mich nicht aufrege, dann fließen meine kreativen Säfte mal grad garnicht.

ETA: Ich habe das Originalzitat gefunden. Hier also im Kontext und Wortlaut:

Im vergangenen Jahr hatte der Ethikrat bei einer Anhörung überwiegend kritische Stimmen zu Babyklappen und anonymer Geburt gehört: So äußerte Professor Anke Rohde von der Abteilung Gynäkologische Psychosomatik an der Universitätsfrauenklinik Bonn erhebliche Zweifel, ob Frauen, die ihre neugeborenen Kinder töten oder aussetzen, überhaupt von Angeboten anonymer Kindesabgabe erreicht werden. Die Frauen, die einen Neonatizid erwägen, zeigten „praktisch immer Defizite bei Problemlösestrategien sowie Kommunikationsdefizite“. Eine Ausgangslage, die mit der zielgerichteten Abgabe eines Kindes in einer Babyklappe nicht vereinbar sei. In der Konsequenz, so Rohde, würden Fälle von Kindstötung durch diese Angebote nicht reduziert.

VERRECKT DOCH ALLE!

Ja, auch das wieder eine meiner krassen Überschriften. Ich mag die, und ihr mögt die auch, sonst wärt ihr ja nicht hier.

Vor etwas über eine Stunde habe ich Folgendes getwittert:

Ich hoffe alle Callcenterleute VERROTTEN ganz langsam & schmerzhaft von außen nach innen, anfangend bei den Zehen und Fingern!

Falls ich Callcenterleute (nein, die sind mir nicht mal Bindestriche wert!) unter meinen Lesern sind: Sorry. Aber da müsst ihr euch halt mit den Beschissensten eurer Kollegen über den gleichen Kamm scheren lassen; Polizisten und Ausländern geht’s auch nicht anders. Wenn ihr also nicht von der Arbeitsagentur in diesen Job gepfercht wurdet, dann muss ich euch sagen: Ihr seid der eitrige und doch verstopft-furunkelige Ausschlag am Arsch der Menschheit.

Kurz die Geschichte (so kurz ich eben kann. Holt euch ruhig noch erst mal eine Tasse Tee, ich warte so lange):

Mein Telefon klingelt. Im Display keine Nummer, aber ich erwarte einen Anruf von jemandem, bei dem das von Haus aus schon mal vorkommen kann. Ich gehe also ran.

„Guten Abend, hier ist (Name) von (Firma) (und nein, ich anonymisiere nicht, wenn ich die Callcentergeräuschkulisse höre, schalte ich eh immer gleich auf Durchzug). Sie spielen ja bei uns mit, und da wollte ich fragen …“

Ich: bringe sofort mein übliches „Da muss ich Sie gleich unterbrechen, ich spiele nicht mit/bin nicht/will nicht“-Sprüchlein (je nach Sachlage)

(Name): „Doch, ich habe hier die ausgefüllte Anmeldung!“

Ich, lauter: „ICH SPIELE BEI NICHTS MIT!“

(Name): „Doch, das läuft noch bis März und …“

Ich, (Name) unterbrechend: „Ich spiele bei nichts mit, schönen Abend noch!“

(Name), blitzschnell: „Ich wollte nur wissen, ob ich die Verlängerung stornieren soll! Aber wenn Sie das behaupten, dann lass‘ ich das extra weiterlaufen, die unterschrieben Einzugsermächtigung hab ich ja!“*

Ich: lege auf.

Leider war es da schon zu spät für meine gute Laune vom erfolgreichen Arbeitstag.
Ich verwende gerne in Extremsituationen mal die Ausdrücke „Arschsack“ und „Dreckswichser„. Es ist traurig, dass das meine besten Ausdrücke sind, weil die reichen für solches Gesindel gar nicht aus. Auch nicht SumpfnomadeZahnfleischpolack und Achselschweißgurgler. Das wäre eine Beleidigung allen Sumpfnomaden, Zahnfleischpolacken und Achselschweißgurglern gegenüber. Von Schiffschaukelbremsern ganz zu schweigen!

Ich hab mich umgehendst im Chat bei Freundin und Ex-Kollegin Caro beschwert, und meinte: Ich hätte den sofort anschreien und/oder in seiner Männlichkeit beleidigen müssen. Hätte vermutlich auch nichts geholfen, aber ich hätte mich besser gefühlt.

[18:34] Caro: fürs nächste mal merken, zettel nebens telefon legen LOL
[18:34] Alex: Call-Center-Checkliste: 1. Namen verlangen; 2. In der Männlichkeit beleidigen (alternativ bei weiblichen Anruferinnen: sie „fett“ nennen)
[18:34] Alex: LOL
[18:35] Caro: entweder „fett“ oder „boah ey, ich sehs von hier aus, dass ihr nagellack gar nicht zu ihren schuhen passt!“
[18:35] Alex: UUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH
[18:35] Alex: JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
[18:35] Alex: DER ist gut!!!!!
[18:35] Alex: *merk*
[18:36] Caro: bitte, ich stells dir gern kostenfrei zur verfügung – aber ab dem nächsten angebrochenen monat kostets dann was, das 14-tägige widerrufsrecht ist übrigens gestern verstrichen

Ich sag’s euch, man ist nirgends vor denen sicher.

*Dass ich an nichts mit Laufzeit teilnehme und keine Einzugsermächtigung unterschrieben habe brauch ich euch nicht zu sagen, oder?

Megalanger Urlaubsbericht.

Typischer Sonntag: Alles ein Dreck. Aber ich erzähl trotzdem was vom Urlaub, obwohl mein Blog den Entwurf gefressen hat.

Erstmal die Begründung für die schlechte Laune: Meine Nähmaschine streikt. Ich weiß ja nicht wirklich wer das hier alles liest, aber wer mich persönlich kennt, der weiß: Sowas nervt mich.

Ich habe zwei Kopfkissenbezüge in der Größe passend gemacht, und jetzt werde ich nicht damit fertig, weil eben die Maschine nicht will (Marke Privileg! Vielleicht stirbt sie mit dem Quelle-Konzern … hoffentlich nicht, meinen Kühlschrank hab ich auch von denen!) Ich kann auch nur am Wochenende nähen, weil ich nur da tagsüber dazu komme. Und Tageslicht ist mir bei Handarbeiten schon wichtig.

So. Kurzer Urlaubsbericht – war ja sehr schön, aber nicht viel blogwertes passiert. Vielleicht mach ich einfach mal eine Timeline, dann seh ich ja, wozu es mehr Detail braucht, ok?

Donnerstag, 12. November
Kostümzwang bei der Party: 80er Jahre. Ich bügele also „Choose Life“ auf ein T-Shirt. Der unglaubliche liebe und nette, dabei megaversaute macho-arschige Mistkerl Michi hat mir die Vorlage gemacht. Ichhatte ihn gebeten, mir das auch gleich spiegelverkehrt zu machen, damit ich das nicht selbst umtüfteln muss. Bügelfolie hab ich beim Woolworth erstanden, zwei T-Shirts bei Kik. Ja, ich weiß dass ich damit Kinderarbeit unterstütze.
Ich drucke den Slogan also aus, und entdecke voller Freude dass mein Drucker einen eigenen „T-Shirt-Transferfolie“-Modus hat. Ausdrucken, trocknen lassen, aufbügeln … ich hatte schon gute fünf Bügelminuten hinter mir, als ich so müßig vor mich hindenke „Hmmmm … müsste ich das nicht eigentlich lesen können?“
Ja. Hätte ich müssen.
Konnte ich aber nicht, weil der „T-Shirt-Transferfolie“-Modus macht das gleich von selbst spiegelverkehrt – was blöd ist, wenn das Zeug von Anfang an spiegelverkehrt ist. Naja, genau für so einen Fall hatte ich ja das zweite Shirt gekauft. Also nochmal von vorn, diesmal richtig rum.

Beim Packen stellt sich heraus, dass die Ohrringe verschwunden sind (oder hatte ich die nicht gekauft?!) Kurze Panik, dann die Entscheidung: Morgen auf dem Weg zum Bahnhof beim Müller vorbei und nochmal welche kaufen. Das hat auch gut geklappt. Inzwischen hat sich natürlich herausgestellt, dass die Ohrringe irgendwie hinters Sofa gefallen sind. Jetzt hab ich also ZWEI Paar 80er-lilane Ohrringe.

Keine weiteren Dramen am Donnerstag.

Freitag, 13. November

Zum Bahnhof gewandert, Trolley laut hinter mir hergezogen. Ohrringe gekauft. Vergleichsweise ereignislose Bahnreise nach Ingolstadt. Ich hatte Stieg Larssens Verblendungals Lesestoff dabei und fand’s eher lahm. Kommt erst ab Seite 400 in Gang, und konnte mich auch dann nicht aus den Socken hauen. Ich zweifle extrem stark daran, dass ich mir die anderen zwei Bände kaufe – das ist mir alles zu skandinavisch.

Jedenfalls, nach Ingolstadt gefahren, von Bine abgeholt und verpflegt worden, nach Neufahrn gefahren, Auto geparkt, mit S-Bahn zum Flughafen. Übliches Flughafengetue. Alles verschärft durch die Tatsache dass Bine die zu ihrem Alexis-Carrington-Kostüm gehörende Pelzjacke anhatte, weil das Teil (namens „Fifi„) sonst allein schon einen ganzen Überseekoffer gefüllt hätte. Und jetzt in diesem Moment fällt mir auf, dass ich kein Bild gemacht habe. Verdammt.

War jedenfalls lustig, mit bepelzjackter Begleitung unterwegs.

Nach nur wenig Turbulenzen sind wir wohlbehalten in Manchester angekommen und konnten nach  vergleichsweise kurzer Odyssee unseren Leihwagen in Empfang nehmen.

Zum Hotel sind wir auch gekommen. Das ist ein bisschen erstaunlich, weil ich die falsche Wegbeschreibung ausgedruckt hatte – wer hätte auch gedacht, dass es in Crewe ZWEI Ramada-Hotels gibt?! Aber der nette Herr im ersten (falschen) Ramada kennt die Problematik offensichtlich, und war deswegen sehr gefasst und hilfreich. Ärgerlich: Das Navi hätte uns richtig geleitet, aber wir haben uns auf meinen Ausdruck verlassen.

Wir sind im richtigen Hotel (dem Ramada Encore) einfach nur noch ins Bett gefallen. NACH einer Tasse Tee, of course.

Samstag, 14. November

Kurzer Besuch beim Jubilar, für ein Tasse Tee und Geschenkübergabe. Nicht seines, unsere Weihnachtsgeschenke und mein Geburtstagsgeschenk 🙂 Danach ging’s ab nach Cheshire Oaks, einem Outlet Center. War aber eher unbefriedigend, weil es irgendwie NICHTS zu kaufen gab.

Immerhin hab ich Weihnachtskarten erstanden, eine Packung Nairns Organic Oatcakes, und … öhm, ich glaub das war’s schon. Ärmlich. Eigentlich wollte ich eine Handtasche, aber da hab ich AUCH nix gefunden (also auch Drama). Ok, Augentropfen für den Abend hab ich gekauft, aber das ist ja nicht so prickelnd.

Immerhin haben wir uns bei Marks & Spencer tolle Sachen zum Essen gekauft. Bine meinte, das könnten wir gut im Auto essen, im Stau vom Parkplatz auf die Straße – hat auch gut geklappt. Ich hatte einen tollen Edamame-Sojabohnen-Rucola-Salat mit Chili-Korianderdressing, salad wraps with mango and sweet chili, und noch irgendwas, an das ich mich nicht erinnern kann (Bine, wenn du dich noch erinnerst, kommentier’s mir rein – und deines auch. Sushi, oder?)

Zurück im Hotel haben wir uns an die zwei Stunden aufgebrezelt. Ich hatte ja nicht nur das infame „Choose Life“-Shirt, sondern auch noch Leggings, lila Pumps, lila Lidschatten, Armreifen, gnadenlos rosanen Nagellack und Lippenstift (besonders gruslig), und halt die Kontaktlinsen. Meine Brille passt ja so gar nicht in die 80er.

Übrigens hatte ich mit den Leggings die erste echte Wardrobe Malfunction: Die waren so glatt  und schlüpfrig, die sind ständig runtergerutscht – sogar im Sitzen. ALPTRAUM! Ich war dauernd nur am Hochziehen, sehr undamenhaft.

Meine Haare hatte ich mit einer Reisegröße Taft-Volumenschaumfestiger (ein ausgezeichnetes Produkt!) und einer Reisegröße Nivea-Haarspray extra starker Halt (ebenfalls bombig!) auf 80er-Volumen getrimmt. Natürlich hatte ich dann Angst, dass jemand die Frisur antatscht und dann alles abbricht, oder dass ich einem Raucher zu nahe komme und mein Kopf in Flammen aufgeht. Beides nicht passiert.

Leider habe ich nicht von Anfang an Bilder gemacht, also Bine/Alexis in Fifi, oder eines von mir machen mit dem Haar in voller Pracht, aber egal: So sahen wir nach einiger Zeit aus. Alexis hat meine Frisur mit der Boa verdeckt!

Steves40thBirthday07Für 19.45 Uhr war der Partybus angekündigt, und das war auch gut so – ich wäre nur ungern vor dem Hotel herumgestanden, wir zwei kostümiert … nicht dass uns die Polizei aufgreift!

Party jedenfalls: Sehr schön. Laute Musik (zwei DJs), ein Pop-Quiz, zum Essen gab’s Curry. Mein vorletzter Wieder-da-Post hat euch ja vielleicht einen Eindruck gegeben, wie’s so war … muhar.

Irgendwann nachts (es wurde in den Geburtstag hineingefeiert) hat uns unser Bus (Geburtstagskind Steve hatte den organisiert, damit sich die Gäste gepflegt die Kante geben konnten) wieder ins Hotel gebracht. Ich hab die Frisur auch nur knapp 10 Minuten einweichen müssen, bis ich die Haare shampoonieren konnte. Kontaktlinsen habe ich dank der Augentropfen ebenfalls vergleichsweise unaufwändig entfernen können.

Sonntag, 15. November (der eigentliche Geburtstag!)

Fahrt zum Geburtstagsmann, zur Geschenkübergabe. Wir haben ihm eine Uhr geschenkt (zusammen mit zwei anderen Parteien, sollte ja schließlich was Ordentliches sein!). Er hat sich auch sehr gefreut – siehe Bild.

Steves40thBirthday09

Gestern hat er mir erzählt, dass er die Uhr die ganze Woche auf der Arbeit getragen hat, und die Kollegen fanden die alle super. Pf. Männer. Wenn’s eine Handtasche wäre, ja, dann könnt ich das verstehen, aber eine Uhr? Noch dazu mit carbon fibre? Aber bitte, wer’s mag …

Vorher haben wir noch ein bisschen qualifiziertes Supermarktshopping betrieben. Bei uns gibt es ja beispielsweise BEI WEITEM nicht die Zuckerauswahl wie in GB. Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich den Ausdruck „Zucker-Diaspora“ geprägt habe.

Danach haben wir noch eine Freundin von Bine besucht (eine andere Sabine, die „Biene“ aus dem Kommentaren – die bessere Hälfte unseres Brausekoksers). Die hatte übrigens kurz danach Geburtstag.

Danach: Fahrt zum Flughafen, Leihwagen loswerden, einchecken, Restgeld schnell ausgeben. Das Übliche eben.

Heimflug nach München, Fahrt nach Ingolstadt, von wo aus ich am Montag wieder nach Hause gefahren bin.

Tja. Das war’s eigentlich. Klingt nicht nach wahnsinnig viel, war aber superschön.

Man verbringt einfach viel zu wenig Zeit mit den Freunden.

Wer hätte es gedacht, da ist mir doch noch einiges eingefallen, hm?

Ich lese Ovid.

Nicht etwa den Dichter selbst, das wär ja viel zu banal. Vielmehr lese ich den gleichnamigen Kriminalroman, Ovid (Marcus Corvinus Mysteries) von David Wishart.

Ich hab zwar erst heute morgen vor der Arbeit angefangen und bin deswegen nur bis Seite 40 gekommen, aber der Hauptdarsteller Marcus Valerius Messalla Corvinus scheint ein angenehm verderbter junger Mann zu sein.

Ovid selbst hab ich zum letzten Mal in der 10. Klasse gelesen, wenn ich mich recht entsinne.

Vor allem erinnere ich mich, dass wir Stellen aus dem Metamorphosen auswendig lernen mussten. Das habe ich mit einer Freundin im Schulhof gemacht, indem wir im Takt des Hexameters herumschritten.

Schaut saudoof aus, hilft aber beim Memorieren.

Inde per inmensum croceo velatus amictu
aethera digreditur Ciconumque Hymenaeus ad oras
tendit et Orphea nequiquam voce vocatur.
adfuit ille quidem, sed nec sollemnia verba
nec laetos vultus nec felix attulit omen.

fax quoque, quam tenuit, lacrimoso stridula fumo
usque fuit nullosque invenit motibus ignes.
exitus auspicio gravior: nam nupta per herbas
dum nova naiadum turba comitata vagatur,
occidit in talum serpentis dente recepto.

Vulgo:

Dorther schreitet, umhüllt von dem Safrankleid, Hymenaios
Durch die unendliche Luft und wendet sich nach der Kikonen
Küsten und wird nutzlos von des Orpheus Stimme gerufen.
Zwar willfuhr er und kam, doch nicht hochzeitlichen Jubel
Brachte er mit, noch frohes Gesicht, noch günstige Zeichen.

Tränenerregender Rauch ließ stets auch zischen die Fackel,
Die in der Rechten er trug, und sie fing kein Feuer im Schwunge.
Schrecklicher war, was geschah, als der Anfang. Während im Grünen
Wandelte unter der Schar der Naiaden die kürzlich Vermählte,
Fand sie den Tod, an der Ferse verletzt vom Zahne der Schlange.

Gut erinnern kann ich mich auch noch an die Stelle, an der einem der Protagonisten aus einer Wunde das Blut sprudelt wie das Wasser aus einer defekten Bleileitung … Stefanie Schäfer saß neben mir und hat die Textstelle mit einer ebenso simplen wie eindringlichen Bleistiftzeichnung illustriert.

Jetzt beim Schreiben frage ich mich, ob das mit dem spritzenden Blut nicht vielleicht doch aus Pyramus und Thisbe ist … ich glaub fast schon. Vor allem war da auch ein Baum … Pyramus und Thisbe erscheint immer wahrscheinlicher. Kommentatoreninput ist willkommen.

Leute Leute. Das waren noch Zeiten.

Fabian Seyfried, Hardcore-Porno-Shirtist.

Es wird Stammleser nicht überraschen, dass diese Überschrift derart messerscharf zugeschliffen ist, dass man sie fast schon erstunken, erlogen und lächerlich reißerisch nennen könnte.

Worschd, jetzt hab ich euch damit hergelockt, jetzt hängt ihr auch mit in der Sache drin.

Außerdem ist der Wahrheitsgehalt eh egal, weil Fabian nicht wirklich was mit meinem Post zu tun hat. Aber Überschriften sollen ja Lesen anlocken …

Ich bring euch mal ein bisschen up to date in meinem Leben, weil ja einige große Neugier bekundet hatten (ja, @fabianseyfried, ich schau dabei dich an!)

Das Wichtigste zuerst: Ich habe heute die Wohnung geputzt, Wäsche gewaschen und gestaubstaugt. Morgen werde ich eventuell sogar Fenster putzen! Die Wäsche habe ich übrigens in Schuhen mit Absatz (!!!) aus dem Waschraum gebracht. Das gab dem Treppenhaus so rein akustisch ein bisschen das Flair von Baden-Baden am Rennsonntag … aber die Nachbarn sollen ruhig wissen dass hier eine Frau wohnt.

Apropos Nachbarn: Mein Nachbar hat seinen Namen auf die Wohnungstür geschrieben, in ungelenken Gr0ßbuchstaben. Sieht für mich so aus, als hätte er das mit Farbe und einem dünnen Pinsel geschrieben, freihand und entsprechend wackelig. Ich finde das seltsam. Die einzig andere Möglichkeit ist, dass das nicht sein Name ist, sondern eine obskure Beleidigung, von Feindeshand an die Türe geschmiert.

Wäre eigentlich fast plausibler.

Ich habe in einem Billy-Regal ein bisschen Platz geschaffen und ein ganzes Brett mit Leihbüchern von Bine vollgestopft. Die gelesenen Bücher haben ihren eigenen Platz, eine ebenso schicke wie stabile Papiertüte neben meinem Bett.

Apropos stabil – ich habe mir in England bei Sainsbury’s eine reliabag gegönnt, eine superstabile und auch arg goldige Einkaufstasche. Morgen werde ich bei Tageslicht mal ein hübsches Bild machen.

So.

Was fällt mir noch ein?

Ah ja. Männer.

Auf der Zugfahrt nach Ingolstadt letzten Freitag saß ich ab Nürnberg neben einem wildfremden Mann. Irgendwo vor Kinding lehnt er sich zu mir rüber, hält was in der Hand und fragt mich „Wie füllt man das denn aus?“ Ich dachte zuerst, das wäre das Bayern-Ticket, auf das man laut vorhergeganger Durchsage den Namen eintragen muss, damit es gültig ist.

War aber eher so ein Scheckheft mit Gutscheinen für den Partner – aufgeschlagen war die Seite „Massage“. Wie bei einem klassischen Scheckheft war an der Heftseite ein Abriss, auf dem man Empfänger und Betrag (bzw. Liebesleistung) vermerken kann. Vermutlich verliert man sonst bei den 10 Gutscheinen die Übersicht, ist ja auch eher komplex sowas.

Anyhoo.

Ich erklär ihm ganz harmlos wie das meiner Meinung nach auszufüllen ist … und er dräng mich dazu, ihm meinen Namen in die Empfängerzeile des Massagegutscheins zu schreiben.

Also echt. Wohlgemerkt, dem ging nicht eine stundenlange angenehme/prickelnde Unterhaltung voraus! Mitnichten! „Wie füllt man das denn aus?“, „Schreibst du mal deinen Namen da rein?“ – alles innerhalb von etwa zwei Minuten.

Bine meinte hinterher sehr richtig, Typen wie der versauen den anständigen Kerlen voll das Leben – frau ist nach solchen Erfahrungen gern gereizt, weil sie immer solche Kapriolen vermutet. Es wäre also im Interesse aller Männer (aller Männer die es wert sind, solche Typen entweder zu entmutigen oder umzuerziehen.

Positiv: Auf der Rückfahrt hab ich mich sehr nett mit einem Mann (ha, Mann, 23 war der! Nennt mich cradle snatcher) unterhalten, der dann auf Anfrage auch meine Handynummer bekommen hat.

So kann’s auch gehen.

Für Sonntag bereite ich einen Post mit meinem Urlaubserlebnissen vor! Wuhu!