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Auch heuer wieder: Internationaler Frauentag.

Ich habe gerade festgestellt, dass ich schon mehrfach über den Internationalen Frauentag geschrieben habe.  Beim Überfliegen der Texte merke ich, dass sich meine Meinung nicht geändert hat. Deswegen möchte ich euch meine drei Blogeinträge zu diesem hohen Festtag ans Herz legen.

Weltfrauentag (2011):

“Solange ihr euren Söhnen nicht erklärt, dass es falsch ist, Mädchen einfach anzufassen, dass Vergewaltigung nicht einfach nachdrücklicher Sex ist, dass Vergewaltigung gar kein Sex ist, solange ich allein die Verantwortung dafür trage, dass jemand an mir ein Verbrechen verübt, solange die Tatsache, dass ich eine Frau bin, mich zu schlechterer medizinischer Versorgung verdammt,  solange ich für meine Arbeit weniger Geld verdiene als ein Mann verdienen würde, solange brauchen wir nicht so tun, als hätten wir mehr als nur die grundlegendsten Foderungen der Gleichberechtigung erfüllt.”

Zum Kotzen! Weltfrauentag 2012:

“Wusstest du übrigens, dass eine der wichtigsten Aufgaben des Frauentags war, auf das Frauenwahlrecht hinzuwirken? Das durften wir früher nämlich nicht. Das ist dir bestimmt egal, und vielleicht gehst du ja gar nicht mal wählen. Muss man ja auch nicht, wir Frauen verstehen diese Politiksache ja nicht so gut, und es betrifft uns ja auch kaum …”

Frauentag (2014):

“… von gleichberechtigter Repräsentation in der Politik dürft ihr immer noch träumen, wenn ihr jemanden der Vergewaltigung beschuldigt, wird immer noch tendenziell eher dem Beschuldigten geglaubt, weil ihr ja eh alle ein bisschen hysterisch seid, die Kirche darf in unserem Land nicht nur ungestraft, sondern sogar noch steuerlich unterstützt eure Menschenrechte und eure Grundrechte verletzen, aber egal, hier kriegst du eine Blume von mir, weil ihr Frauen mögt Blümchen ja.”

 

Wenn ihr wenig Zeit habt: Lest nur das von 2014, das ist besonders gut.

Waffenruhe im Fasching

Ich bin gerade damit beschäftigt, bei sonnigem Februarwetter, auf dem Balkon meine neuen Regale (Ivar von Ikea, falls das jemanden interessiert) zu streichen. Und da merke ich plötzlich, dass in mir immer noch etwas nachgärt, was ich diese Woche in der Zeitung gelesen habe. Jetzt muss es einfach mal raus.

Es geht um diesen Artikel aus der Augsburger Allgemeinen: “Fasching im Kindergarten: Kleiner Cowboy, aber ohne Pistole“.

Ich fasse das mal grob zusammen:
Einige Kindergärten verbieten zu Fasching die zu manchen Kostümen gehörenden Spielzeugwaffen. Die Augsburger Allgemeine zitiert einen Experten: “Anstellerei!” (ich paraphrasiere). Weil das Rumgeballere mit Spielzeugpistolen mache die Buben nicht zu Mördern (und es seien ja meist Buben, weil Mädchen machen sowas nicht). Es geht auch nicht ums Rumballern, “sondern um Machtspiele und das Dabeisein in der Gruppe. Es sind einfach erste Männlichkeitsrituale.”

So.
Wenn die Kinder mit Spielzeugpistolen spielen, macht sie das also nicht zu Mördern. Das ist bestimmt richtig. Weshalb das aber weniger gefährlich sein soll als später die “Killerspiele” (die ja bekannterweise 100 % aller Spieler zu Massenmördern werden lassen) leuchtet mir nicht wirklich ein.

Es geht auch nicht ums Schießen, sondern um “Machtspiele”, um das “Dabeisein in der Gruppe”, um erste Männlichkeitsrituale. Wo bleiben hier die Aufschreie der Männer, verdammt noch mal? Ist das wirklich ein Bestandteil eurer Männlichkeit? Echt jetzt? Und das findet ihr nicht irgendwie … nicht so ok? Und dass eure Söhne im Kindergarten Pistolen brauchen, um zur Gruppe zu gehören? Was als vollkommen normal und akzeptabel dargestellt wird, aber wenn die Kinder dann Smartphones wollen, weil alle anderen die auch haben, dann ist das natürlich so gar kein Argument.

Dass die Mädchen das nicht machen, ja, das ist ja klar. Obwohl auch komisch, weil Mädchen bei uns ja immer durchgehend die gleichen Spielzeuge aufgedrängt bekommen wie Jungs, das wissen wir ja. Die suchen sich aber lieber Puppen und Hello-Kitty-Zeugs aus. Ist einfach so. Wegen Eierstöcke und so, da will man keine Waffen.

Ich merke schon, ich bringe gar nicht wirklich zum Ausdruck, das ich die Diskussion wie auch diesen Artikel für einen ganz großen Mist halte. Obwohl, die Diskussion finde ich eigentlich gut, aber die Argumente dieses  Diplompädagogen sind natürlich totaler Schrott. Die Augsburger Allgemeine ist beileibe nicht das Kronjuwel der deutschen Medienlandschaft, aber der Artikel ist sogar für die arg oberflächlich.

Und bevor jetzt wieder jemand kommt und sagt: “Ja, aber MEIN Sohn hätte auch mit Puppen spielen können, hat aber lieber die Pistolen und Schwerter und Bagger genommen!” – spart’s euch. Wenn ihr keine statistisch bedeutende Anzahl von Kindern aller Geschlechter komplett abseits dieser Gesellschaft aufgezogen habt, dann könnt ihr eure persönliche Anekdote in der Pfeife rauchen. Oder mit der Spielzeugpistole abschießen, mir komplett egal.

Von der Zufriedenheit

Ich sitze gerade so auf meinem Sofa, meinen schnurrenden Kater auf dem Schoß, eine Tasse Tee fast in Reichweite, und auf einmal muss ich ein bisschen weinen, weil ich gerade so zufrieden mit meinem Leben bin.

Ein weiß-grauer Kater liegt zusammengerollt auf dem Sofa.

“Weinen? Ich denke, du bist zufrieden? Spinnst du, oder was?!”

Ja.

Erstens heule ich sowieso viel und oft, gern auch aus albern erscheinenden Anlässen, und zweitens … zweitens kann ich mich erinnern, wie es mir vor ziemlich genau vier Jahren ging.

Damals hatte ich einen Job, der in der Theorie eigentlich perfekt war. In der Praxis stand ich aber morgens in der winterlichen Kälte auf dem zugigen Bahnhof, wartete auf den Anschlusszug, und dachte jedesmal, wenn der ICE durchraste: “Wenn der mich jetzt mit seinem Luftzug ins Gleis reist und überfährt, dann müsste ich wenigstens nicht ins Büro.”

Mir hätte schon beim ersten Mal, als ich das dachte, auffallen müssen, dass das irgendwas nicht in Ordnung ist in meinem Leben. Beim ersten Mal.

Heute dagegen habe ich den ganzen Tag über einen Auftrag erledigt, der mir Freude bereitet. Nach Feierabend war ich zufrieden mit meiner Arbeit. Ich habe einen Kater, der mich auf flauschige und nachdrückliche Weise zur Pause nötigt, wenn ich von selbst keine einlege. Ich bin vorhin zu einer Freundin gegangen, habe Tee getrunken, mit ihr geredet, ich habe Weihnachtsplätzchen geholt (die bewahren wir bei ihr auf, weil sie Platz dafür hat), sogar Abendessen habe ich bei ihr bekommen. Ich muss nicht mal zur Arbeit pendeln!

Wenn ich jetzt also weine, dann ist das ein bisschen aus Dankbarkeit, aus Zufriedenheit, aber vor allem weine ich für mich, vor vier Jahren. Mir ging es so furchtbar schlecht, und mir war nicht mal klar, wie schlecht es mir ging.

Ich war mir nur ganz sicher, dass es nie besser werden würde und es gar keine Hoffnung mehr gibt.

Da habe ich mich ja wohl geirrt. Gründlich.

 

If life gives you lemons …

If live gives you lemons, make lemonade. So lautet einer dieser saudoofen Sprüche, die keinem wirklich weiterhelfen. Was aber, wenn das Leben einem eben keine Zitronen geben will? Oder halt nicht die richtigen? So ging es mir jetzt.

Als emsige Leserin amerikanischer Koch- und Back-Blogs bin ich natürlich seit Jahren mit der Meyer-Zitrone vertraut. Dabei handelt es sich um eine natürlich entstandene Hybride aus Zitrone und Orange oder Mandarine, so genau weiß man das nicht.  Es ist also weniger eine Zitronensorte, sondern eher so eine Art Zitronenschwester. Mehr zur Meyer-Zitrone gibt es bei Wikipedia.

So. Zitruspflanzen mag ich gerne, weil die schöne Blüten haben und gut riechen. In mir reifte also recht schnell der Wunsch nach einem eigenen Meyer-Zitronenbäumchen heran. Das stelle ich mir auf meinem komplett ungeschützten Südbalkon ganz nett vor. Bisher habe ich in den einschlägigen Gartencentern Meyer-Zitronen aber eher selten gesehen, und wenn, dann sehr teuer; letztes Jahr gab’s die mal bei Obi, da habe ich sie aber nicht gekauft und es seither bereut. Typisch.

Als ich im Zuge einer ganz anderen Pflanzensuche bei Bakker auf die Meyer-Zitrone (für nur 20 Euro!) gestoßen bin, habe ich also trotz eines eigentlich (ha!) strengen, selbstauferlegten Pflanzenkaufverbots zugegriffen.

Bald kam die Pflanze ins Haus, ein niedliches, wirklich kleines Pflänzchen (aber immerhin größer als selbst angesät). Bisschen gelblich, was ja meist auf Nährstoffmangel hindeutet.

Bild einer kleinen Zitronenpflanze mit gelblich verfärbten Blättern If life gives you lemons … weiterlesen

Das Handtaschenepos

Ich habe eine neue Handtasche. Bemerkenswert ist das hauptsächlich deshalb, weil ich schon seit Jahren nach einer neuen Tasche gesucht habe, aber nichts wirklich Perfektes gefunden habe. Jetzt habe ich eine, die ist immerhin … 50 % perfekt, würde ich sagen.

Handtasche Mademoiselle M8 von Zwei, blau

Meine Ansprüche an eine neue Handtasche sind klar, aber nicht besonders hoch. Finde ich.

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