Außereheliches Abenteuer

Also, nicht MEIN außereheliches Abenteuer. Ich bin nicht verheiratet.

Gestern bin ich im Büro zufällig ans Telefon gegangen, obwohl es gar nicht meine Schicht war – ich stand aber daneben, und rückblickend war ich darüber so froh wie schon lange über nix mehr.

Ruft da also eine Frau an, sehr aufgelöst, und fleht mich an ein Gedicht zu löschen, dass sie gerade auf einer unserer Seiten eingetragen hat. Sie hat nämlich aus Versehen ihre E-Mail-Adresse in das Kästchen für den Namen eingetragen, so dass die Adresse sichtbar ist, das möchte sie nicht, das sei ihr alle so extrem peinlich, ich solle doch bitte das Gedicht löschen.

Kein Problem, weil ich eh grad an dem Rechner saß, von dem aus ich das machen kann. Ich frage also nochmal nach der E-Mail-Adresse, nach dem Gedicht, nach der Zeit … damit ich das richtige Gedicht finde und löschen kann.

Exkursion: Ich hab die E-Mail-Adresse gleich erkannt, ist eine unserer „Stammkundinnen“, die unsere Gedichtseiten dafür verwendet, mit ihrem Lover zu chatten, anstelle einfach Gedichte einzutragen. Jeden Tag lösche ich Massen ihrer Einträge. Das nur so nebenher.

Während ich also mit meinen virtuellen Fingern durch die Datenbank kruschel, plappert sie weiter. Zuerst hab ich nicht so genau zugehört, weil ich mich auf die Suche konzentriert habe, aber so nach und nach ist es doch eingesickert:

Nicht nur das E-Mail-Versagen war ihr peinlich, sondern generell der Eintrag, weil der an ihren Lover ging. Der verheiratet ist. Genau wie sie selbst. Besagter Lover ist der Vater einer Kindergartenfreundin ihrer Tochter.

Ja, in der Situation würd ich auch eine öffentliche Internetseite als Kommunikationsplattform meiner Wahl verwenden. Oy.

So viel wollte ich von ihrem Leben nicht wissen; ich weiß nicht einmal, ob ich es glauben soll, aber eins ist klar:

Ich hab sehr darüber gelacht.

Ich hab’s getan.

Und ihr solltet das auch.

Was ihr tun solltet? Zumindest die Petition des Deutschen Hebammenbundes beim Bundestag lesen (Petitionsnr. 11400). Das dauert höchstens fünf Minuten. Wenn ihr den Hebammen helfen wollt, dann könnt ihr die Petition mitzeichnen. Das dauert, wenn ihr noch nicht angemeldet sein solltet, nochmal fünf Minuten, inklusive Wartezeit auf die Mail vom Bundestag.

Ich bin Mitzeichnerin Nr. 10.627. Nicht schlecht, die ist nämlich erst seit heute online. Heute ist übrigens Internationaler Hebammentag.

Und falls ihr euch fragt, warum ich das mitzeichne, wo ich doch nicht schwanger bin und es in absehbarer Zeit auch nicht werde? Ich mache das für Betty. Das ist die Hebamme, die sich bei meiner Geburt um meine Mama gekümmert hat. Meine Mutter hat sich damals für eine Hausgeburt entschieden, weil die Geburt meines Bruders im Krankenhaus in Nürnberg wohl eine äußerst negative Erfahrung war.

Meine Mutter hat immer nur gut über „die Betty“ gesprochen, ich bin also mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Hebammen etwas Gutes sind. Deswegen mache ich das. Und weil sich die Betty IMMER, wenn meine Mutter sie getroffen hat, nach mir erkundigt hat.

Ich wünsche diese gute Erfahrung allen anderen Müttern, vor allem wenn sie der Entbindung mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Und allen Kindern, denn es ist schön zu wissen, dass die Mutter nicht allein war.

Außerdem muss ich gestehen, dass es mir immer einen wollüstigen Schauer des Demokratiebewusstseins über den Rücken jagt, wenn ich eine ePetition mitzeichne.

ETA: Ich hab mit meiner Mama telefoniert: Die Betty lebt noch und ist inzwischen über 80. „Warum fragst du das denn grad heut? Ach, du hast auf der Arbeit bestimmt über den Hebammentag geschrieben …“

🙂

Katzencontent als Besucherköder

Google übertrifft sich mal wieder selbst.

Genauer gesagt, die Seitenbetreiber, die nicht daran gedacht haben, dass jemand auch nach Lebewesen suchen könnte. Darum kommt es zu mehr als nur leicht verwirrenden Suchergebnissen wie diesem hier:

(Bild anklicken für volle Erstaunenswirkung)

Aber immerhin, mittige Platzierung auf der ersten Seite! Da kann man das schon mal in Kauf nehmen, dass man gebrauchte Katzen anbietet!

Suchbegriff war natürlich „Siamkatze“, was von Haus aus ungeschickt war. Tatsächlich gesucht habe ich nämlich eine Katzenrasse, die sozusagen siamfarbig, aber eben langhaarig ist. Wie so oft in solchen Fällen hat mir dabei die Katzenrassenübersichtsseite von Wikipedia schneller geholfen. Und jetzt weiß ich auch, dass ich nach der Birmakatze gesucht habe.

Speziell nach der Seal-Point-Ausgabe:

Kuschlig, oder?

Was ich mit diesem Wissen angangen will, weiß ich auch nicht – auch in der neuen Wohnung sind Katzen nicht erlaubt. Wobei mir die nette Sprechstundenhilfe vom HNO-Arzt erzählt hat, dass der Vermieter Katzen gar nicht verbieten darf. Während sie mir den Arm in den Shredder hielt, um dann den Allergietest durchführen zu können.

Aber wer will es schon drauf ankommen lassen, sich mit dem Vermieter deswegen anzulegen? Man ist denen ja eh auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

(Bild von grapheum.de, über Wikipedia)

Blut. Überall Blut.

Aber dazu kommen wir nachher.

Also, als erstes muss ich euch sagen:  Ich habe eine neue Wohnung gefunden. Natürlich ist sie nicht so toll wie meine jetzt, aber das wäre auch schwer. Das ist eben meine erste große Wohnungsliebe, da kann man nichts machen.

Ich werde vermutlich gegen Ende Mai einziehen können, sprich: zum 1.6. Die Vormieterin zieht aber natürlich schon früher aus, so dass ich das ein bisschen ordentlich machen kann. Ich muss also nicht an einem Tag umziehen und streichen und einrichten und so. Das ist eine echte Erleichterung.

Die Vermieter machen auch einen ganz netten Eindruck, und Bine hat mich auf das Beste daran aufmerksam gemacht: Es sind Geschwister. Also NULL Scheidungsgefahr! Ziemlich cool auch: Der Vermieter hat auf mein Hilfegesuch wg. Wohnung in Lampertheim reagiert. So funktioniert das heute. Ich seh für Makler ein bisschen die Felle davonschwimmen, und ich find’s grad gut so.

Mehr erzähl ich euch demnächst, wenn ich vielleicht auch Bilder habe.

Heute tobt in den Nachrichten die Debatte über Sonderregelungen für Testfahrer. Wäre durchaus sinnvoll – wenn für die nicht eh die normalen Gesetze gelten würden. Aber so? Schwachsinn.

Wie so oft bei uns – wenn irgendwas passiert, schreit jeder nach neuen Gesetzen. Warum man da die alten UND VOLLKOMMEN AUSREICHENDEN Gesetze nicht mal konsequent anwenden kann, weiß ich echt nicht.

Jetzt zum Blut.

Ich habe ja schon öfter erzählt, dass ich bei verschiedenen Testgemeinschaften dabei bin. So bin ich ja zu dem Brita-Wasserfilter (inzwischen unverzichtbar) gekommen, an den Slendertone-Bauchschocker (gruslig), die Weleda-Citrus-Handcreme (spektakulär!) und aktuell habe ich drei Flaschen Life zum Testen hier. Das ist ein Wasser-Fruchtsaft-Gemisch von Rhönsprudel, das mit Eisen angereichert ist.

Es besteht aus Mineralwasser mit Apfel und Granatapfel (bisher nix verkehrt dran). Mein kritischer Blick auf die Zutaten findet nicht mal Zuckerzusatz, braucht es aber bei Traubensaft drin auch nicht. Ärgerlich: Die Nährwertangaben gelten, wie immer, für 100 ml – Portionsgröße: 200 ml. Versteht mich nicht falsch, ich bin legendär schlecht in Mathe, aber sogar ich kann die 25 kcal im Kopf verdoppeln – wenn es mich denn interessieren würde. Aber was zum Henker hindert die Senkel daran, einfach noch eine Spalte einzuziehen und die Nährwertangaben pro Portion hinzuschreiben?

Jedenfalls decken 100 ml 15% der empfohlenen Tagesdosis ab. Eine Portion Life enthält dementsprechend 30%, soll heißen ich muss etwa dreieinhalb Gläser bzw. einen knappen dreiviertel Liter davon zu trinken. Praktischerweise ist das eine Flasche – aber dann hätte ich das komplette Eisen für einen Tag drin. Man kriegt’s ja sonst nirgends her.

Falls ich halt zufällig genau den fiktiven Eisenbedarf der fiktiven Person habe, anhand derer diese Menge berechnet wurde. Wie stehen die Chancen, dass die ihre Eisenlimo auf die Bedürfnisse von kleinen dicken Brünetten mit sitzendem Beruf , wüster Phantasie und Schilddrüsenunterfunktion ausgelegt haben? Ja, schon enorm wahrscheinlich, oder?

Egal. ich gehe jedenfalls davon aus, dass ich nicht unterversorgt bin. Ich bin nicht schwanger, ich stille nicht, und ich bin keine Vegetarierin. Das sind meines Wissens die großen Risikofaktoren. So lange das nicht eintrifft, kann ich auf Tabletten oder eben die Eisenlimo gut verzichten. Vor allem auf die Eisenlimo.

Denn das wirklich Üble an der Sache ist, das man das Eisen so rausschmeckt.

In einem Wort: Blutschorle.