Archiv der Kategorie: Internet

Frischer Spam

Heute in meinem Spam-Ordner: Mail von Nadezhda.

 

Gentle, reasonable, dedicated, passionate lady.
And this is all about me! I fully accept myself the way I am.
I want to meet a reliable and handsome man.
I don’t need an Ideal Man – I need the one that is right for me. Maybe, this man is you?

Get to know me closer: […]

Ich finde es ein bisschen verletzend, dass ich immer diesen Männerspam bekomme. Vielleicht sollte ich doch ein bisschen mehr Make-up verwenden?

https://www.aproposgarnix.de/2011/weltfrauentag/#comment-665

Statt Eigenleistung: Zweitverwertung

Ich schreibe diesen Blogeintrag eigentlich nur, um euch zu sagen, dass ich keinen schreibe.

Stattdessen verweise ich euch auf das Blog von mikemacapple, der mir mit seinem heutigen Eintrag sehr aus der Seele spricht, nur eben weniger schwaflig als ich das könnte:

Ich kann eine andere Meinung haben als der andere, ich kann User X als Vollpfosten sehen, die Aussage von User Y für vollkommenen Schwachsinn halten. Alles kein Problem. Aber ich frage mich: Warum folgt denn der User A dem User X und dem User Y, wenn er deren Aussagen nicht lesen will?

Komplett lesen: Sprachlos – oder auch nicht.

Anders als mikemacapple bin ich natürlich davon überzeugt, das meine Meinung die richtige ist. Aber ihr dürft gern eine andere Meinung haben, wenn’s unbedingt sein muss.

Das zarte Pflänzchen Deutsch

Nur noch wenige Stunden könnt ihr die Petition „Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz“ mitzeichnen.

Grund für die Petition ist eine andere Petition, die Deutsch als Landessprache im Grundgesetz festgenageln lassen will. Dieser Antrag, der bei Ablauf der Zeichnungsfrist 5165 Mitzeichner hatte, entspringt dem Wunschdenken des in Bloggerkreisen so beliebten Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) und des Vereins für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA). Von Letzterem habe ich in diesem Zusammenhang erstmals gehört, er interessiert mich aber nicht so brennend, dass ich deswegen extra nachforschen möchte.

Die Argumentation der Petenten ist wortreich, ich möchte sie hier für euch knapp zusammenfassen: „Wuaäh, wuäh, wuäh, Kultur, blah, hier sprechen Ausländer ausländisch, blah, denkt denn keiner an die Kinder!, blah“.

Ich bin aus diversen Gründen gegen diese alberne Petition.

1. Deutsch ist sowieso per Gesetz Amtssprache in Deutschland. Das reicht völlig aus im Sprachalltag.

2.  Grob geschätzt sprechen etwa 100 Millionen Menschen auf der Welt (nicht nur in Deutschland!) Deutsch. Auch wenn das Grundgesetz die deutsche Sprache nicht unter seine Fittiche nimmt, wird es nicht aussterben. Wirklich nicht. So rachitisch ist diese unsere Sprache nicht.

3. Das Geld, das eine Aufnahme dieser Forderung in das Grundgesetz letztendlich nach sich ziehen würde, könnte man auf vielfältige Weise besser anlegen. Ich schlage vor, jedem Deutschen davon eine Großpackung Seifenblasenflüssigkeit zu finanzieren.

4. Ich finde es obszön, solche hanebüchenen Regeln in unser wertvolles Grundgesetz stricken zu wollen. Immerhin beginnt es mit dem Satz:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Weiterhin möchte ich daran erinnern, dass es Grundgesetz vor allem darum geht, die Macht des Staates dem Bürger gegenüber einzuschränken. Beispielsweise durch das Verbot der Diskriminierung eines Menschen wegen seiner Sprache.

Werft ruhig mal selbst einen Blick ins Grundgesetz, das ist ziemlich gut!

5. Ich weigere mich, diesen Vorschlag einer Gruppe wirrköpfiger Frührentner mit Oberlehrerallüren auch nur annähernd ernstzunehmen.

 

Sehr viel mehr und bessere Informationen dazu findet ihr im Sprachlog von Anatol Stefanowitsch.

Hier könnt ihr direkt mitzeichnen:
Grundgesetz – Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

Die passende Facebookgruppe gibt es hier.

Der JMStV und ich.

Ich finde das Kennzeichnen von Inhalten im Internet richtig, wichtig und logisch. Schließlich werden auch Bücher und Zeitschriften im Hinblick auf den Jugendschutz seit jeher stringent gekennzeichnet und die Abgabe an die entsprechenden Altersgruppen strengstens und lückenlos überwacht.

Warum soll der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag dann ausgerechnet im Internet nicht angebracht sein, diesem elenden rechtsfreien Raum?

Ich bin also für den JMStV, ich werde aber aufgrund parlamentarischer Zwänge wohl dagegen verstoßen.

Wer von euch übrigens Inhalte kennt, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen: Weißt mich bitte in den Kommentaren oder in einer E-Mail an die einschlägig bekannte Adresse darauf hin. Ich werde mich dann bemühen, die Inhalte zu den besten Blogsendezeiten zu verbreiten!

Update am 1.12.2010: Ich habe gerade das erste Türchen in meinem Browser-Adventskalender geöffnet, und was finde ich darin? Die Einschätzung der Lage durch den unschätzbaren Udo Vetter (der entweder vorbloggt oder wirklich sehr früh aufsteht). Fazit: Ich bin wohl doch weder die große deutsche demokratische Hoffnung, noch werde ich wirklich gegen den JMStV verstoßen können. Ich bin ein zahnloser Papiertiger Blogtiger.

Weihnachen steht vor der Tür

JA, ICH HABE WEIHNACHTEN GESAGT. Stellt euch net so an.

Ich habe diese Woche viel über Weihnachten geschrieben. Am Donnerstag sogar 4.875 Wörter, worauf ich schon ein bisschen stolz bin. Jedenfalls ist mir dabei so einiges klar geworden:

1. Es sind nur noch 90 Tage bis Weihnachten und ich habe noch keinen Geschenkeplan und auch keine Verpackungsstrategie.

2. Ich werde heute Plätzchen backen, muss dafür aber erst noch ein Nudelholz kaufen (und wo wir schon dabei sind, ich habe auch keine Auflaufform. Aber ein Zuckerthermometer. Manchmal würde ich mir wünschen, das Geschöpf in meinem Hirn wäre praktischer veranlagt.).

3. Ich überlege jetzt schon, wie mein diesjähriger Adventskranz ausschauen soll. Ich tendiere dabei zu einem sehr klassischen dicken Tannenkranz. Mit weißen Kerzen. Oder rot. Oder halt Bienenwachs, das wäre super. Verdammt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch an den Adventsgesteckshowdown 2009 erinnern.

4. Ich will eine schöne Weihnachtspyramide haben und einen Schwibbogen mit klassischem Bergmann-Holzschnitzer-Spitzenklöpplerin-Motiv.

5. Natürlich alles mit echten Kerzen. Eh klar.

6. Ich finde es klasse, was ich in meinem Job alles kennenlerne. Stille Feiung. Größe der Resorptionsoberfläche des Dünndarms (180m² – dreimal so groß wie meine Wohnung!)*. Dass man chronisch entzündliche Darmerkrankungen wohl recht erfolgreich durch eine Infektion mit dem Schweinepeitschenwurm behandeln kann (Parasit, Autoimmunhintergrund, die alte G’schicht.). Dass, und das bringt uns zurück zu Weihnachten, das Sehen oder Hören des Segens Urbi et Orbi denjenigen, die „guten Willens“ sind, einen Ablass von ihren Strafen gewährt. Das gilt aber, if memory serves, nur für zeitliche Strafen, quasi Penalty. Gebeichtet und gebüßt muss man aber schon vorher haben.

7. Apropos Urbi et Orbi: Ich habe den Text des Segens (lateinisch und deutsch) in meinen Text mit eingebettet, mit den korrekten Antworten an der jeweiligen Stelle („Antwort: Amen.„). Das wiederholt sich einige Male, und am Ende musste ich mich sehr zusammenreißen, weil ich gerne geschrieben hätte:

Der allmächtige und barmherzige Herr gewähre euch Nachlass, Vergebung und Verzeihung all eurer Sünden, einen Zeitraum echter und fruchtbarer Reue, ein allzeit bußfertiges Herz und Besserung des Lebens, die Gnade und die Tröstung des Heiligen Geistes und die endgültige Ausdauer in den guten Werken.

Alle: Amen.

Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf euch herab und bleibe bei euch allezeit.

Und alle so: Yeeeeah!

The Internet has a lot to answer for.

Ach ja, und auf dem Heimweg heute morgen habe ich eine blau-schwarz gefleckte Nacktschnecke gesehen, die fast so lang war wie mein Fuß (Schuhgröße 37). Das war am Eck vor dem Altenwohnheim. Ich denke, die lauert den alten Leuten auf.

Ein paar Schritte weiter habe ich eine auffällig rot-schwarz geringelte Schnecke gesehen. Gesehen habe ich sie deshalb, weil sie sich bis auf meine Augenhöhe an der Hauswand (Rauputz) emporgeschleimt hat. Eine ziemliche Leistung, finde ich.

*Übrigens ist der Dünndarm mit allem Zipp und Zapp laut Wikipedia gute drei Meter lang, der Dickdarm  rund 1,5 Meter, bei einem Durchmesser von sechs Zentimetern. Ich kann mir vorstellen, wie das in mich passt – aber wie stopft die Natur das in schlanke Leute?