Wir bitten um Ihre Mithilfe.

Kinder. Ich bitte euch um Hilfe. Keine Angst, es geht nicht um Geld! Es ist mehr so eine esoterische Nummer.

Ich habe mich um einen Job beworden, der absolut perfekt wäre und mich glücklich machen würde. Außerdem wäre es aber auch so, dass ich nach der Stellenbeschreibung genau die Richtige dafür wäre – das ist ja, global gesehen, genauso wichtig. Ich sage nur eins: Social Media. Ich will die Stelle so sehr, das ist schon fast nicht mehr lustig.

So. Und jetzt kommt ihr ins Spiel. Neulich habe ich mich mit einer Freundin unterhalten, es ging darum, wie man im Leben mehr Glück hat, langer Rede kurzer Sinn: Visualisierung.

Jetzt kann und will ich mich natürlich nicht darauf verlassen, dass ich die Stelle bekomme, nur weil ich mir es so toll vorstellen kann. Es wäre also nett, wenn ihr das ein bisschen mitvisualisiert, so nach dem alten Apothekermotto „Viel hilft viel“.

Wie ihr das macht, ist mir wurscht – visualisieren, chanten, beten, Kerzen und/oder Räucherwerk anzünden, Nadeln in Puppen stechen oder kleine Kinder opfern – Hauptsache es hilft.

Wer am besten mithilft, dem backe ich nach Unterschreiben des Vertrags einen Marmorkuchen nach geheimem Familienrezept.

The sex is back

Wenn ich sage Sex, dann geht es natürlich um Schokolade … schokoladig, cremig, sahnig, sündig und luxuriös … so sollte das sein, oder? Ist es aber meistens nicht. Nicht mehr.

Kakaobohnen
Kakaobohnen, Bild von Wikipedia-User Muninus

Ich weiß nicht, an was es liegt, dass Schokolade nicht mehr das ist, was ich mir darunter vorstelle. Aber zumindest ist es in den letzten Jahren so gewesen, dass ich zwar gerne Schokolade esse, und auch immer einen großen Vorrat davon zuhause habe – aber ich esse nicht mehr viel Schokolade.

Warum, fragt ihr? Weil es mir den Kick nicht mehr gibt. Der Sex ist weg aus der Schokolade.

Platonisch interessiert an Schokolade bin ich aber immer noch, deswegen habe ich auch mitbekommen, dass der Schokoladenritter olschok Post von BLYSS bekam, einer neuen Schokoladenmarke.

Jetzt finde ich ja schon den Namen BLYSS ziemlich klasse, einfach weil ich das wort „bliss“ so schön finde. Der Slogan lautet:

Beyond happiness is BLYSS

Vom sehr netten BLYSS-Team habe ich zwei Tafeln zum Probieren bekommen, und schon die Verpackung hat mich einfach begeistert: Die kleinen Tafeln sind in Dosen verpackt, die ideal für die Handtasche sind – lose Brösel in Futterfalten sind damit ausgeschlossen (oh bitte, ihr dachtet doch nicht, dass ich mal einen Blogeintrag ohne Handtaschenerwähnung bringe?!)

Beyond happiness is BLYSS

Zeitgemäßerweise ist BLYSS nicht nur irgendeine Schokolade, sondern Single Bean Virgin Chocolate. Das bedeutet, dass für BLYSS nur eine einzige Sorte von Kakaobohnen verwendet wird, und zwar die Arriba Nacionale. Sie wird besonders vorsichtig und größtenteils von Hand verarbeitet, bis sie schließlich in Form gebracht und verpackt wird und den Weg in meine Handtasche zu Schokoladenliebhabern findet.

Übrigens geht es BLYSS nicht nur um Schokolade. Das Unternehmen bemüht sich nach eigener Aussage auch um einen möglichst geringen CO2-Ausstoß und behandelt seine Arbeiter fair.

Die Schokolade selbst gibt es bisher in drei Geschmacksrichtungen: Tangerine Romance, Peppermint Innocence und Ishpingo Mystery. Letztere beiden Sorten konnte ich testen. Jetzt war ich ja ein von After Eight gebranntes Kind, die Peppermint Innocence habe ich also nur mit großem Misstrauen versucht – und war begeistert. Das ist die perfekte Kombination, nicht zu minzig, nicht zu wenig minzig, und die Schokolade hat genau das richtige Verhältnis von Schmelz zu Kakao-Kick. Traumhaft.

Die Schokolade an sich ist bei Ishpingo Mystery natürlich genauso, das Aroma allerdings ist ganz anders und war für mich ein bisschen gewöhnungsbedürftig. „Ökiger Geschmack“ war mein spontaner Gedanke. Genauer beschreiben kann ich den Geschmack gar nicht – er ist würzig, pfeffrig, minzig, vielleicht mit einem Hauch Fünf-Gewürze-Pulver … jedenfalls sehr exotisch. Je mehr man davon isst, desto besser schmeckt es übrigens!

Das Gesamterlebnis BLYSS war sehr schön: Nettes Team, wunderschönes Design, tolle Verpackung – und zum Glück hat die Schokolade nicht enttäuscht! Das war einfach so, wie man sich Schokolade vorstellt. Lecker und luxuriös, daher sage ich: The sex is back.

Ich muss zugeben, bei „Ishpingo“ dachte ich sofort an eine Phantasiebezeichnung, aber ein paar Minuten mit Google und Wikipedia ergaben: Den Ishpingobaum gibt es tatsächlich. Eigentlich sind sogar mehrere Bäume unter diesem Namen bekannt, normalerweise handelt es sich Ishpingo-Baum um  Oxotea quicos, auch als Ecuadorianischer Zimt bekannt (die Pflanzen sind sogar miteinander verwandt). Teile der Pflanze werden als Gewürz und in der Volksmedizin verwendet, das ätherische Öl wirkt antibakteriell und gegen Pilze.

Wieder was gelernt.

Damit jetzt auch in euer Leben ein bisschen schokoladige Glückseligkeit kommt, verlose ich fünf Tafeln Schokolade, die mir das BLYSS-Team zu diesem Zweck zur Verfügung stellt (danke, Lyss!).

Wer gewinnen möchte, schreibt mir einfach einen kleinen schokoladigen Kommentar, entweder warum ihr Schokolade liebt, in welcher Situation ihr am liebsten Schokolade esst, oder warum ihr gar keine Schokolade mögt (keine Angst, deswegen werde ich nicht schlechter von euch denken!)(ihr kranken Freaks).

Teilnahmeschluss ist um 24 Uhr am nächsten Sonntag. Ich werde von random.org die fünf Gewinner aussuchen lassen. Wer besondere Adressenparanoia hat, braucht nicht teilnehmen, ohne Postadresse kann keine Schokolade verschickt werden.

BLYSS im Internet:
Firmenwebsite
Facebook
Twitter

Die Schokolade ist ab dem Frühjahr bei ausgewählten Handelspartnern erhältlich.

Ich bin stinksauer.

Stinksauer, sag ich euch. Gut, das ist nichts Neues, das kommt schon mal vor. Aber gerade bin ich so sauer, dass ich kotzen könnte.

Ich hatte heute einen Termin bei der Arbeitsagentur. Um 7:30 Uhr. Kein Problem für eine alte Frühaufsteherin wie mich, und wenigstens hat man es früh hinter sich und der Tag kann ununterbrochen weitergehen. Manchmal hat man ja was vor als Arbeitsloser. In Talkshows auftreten oder so.

In der Einladung stand: „Bringen Sie bitte noch zusätzlich folgende Unterlagen zu diesem Termin mit: Bewerbungsschreiben.“

Gut, denke ich mir, bring ich halt noch eins mit, ist ja kein Thema, aber mich wundert diese Fixiertheit auf Bewerbungsschreiben schon ein bisschen, ich habe denen ja schon zwei gemailt.

Ich komme also um 7:17 Uhr dort an. Stehe vor verschlossenen Türen. An denen immerhin ein Zettel hängt, der mich darauf hinweist, dass Kunden (ha) mit Termin doch bitte klingeln möchten. Ich folge dem aufgedruckten Pfeil nach rechts und identifiziere triumphierend die Klingel. Zwei Klingeln übereinander, ich weiß nicht, welche davon die richtige ist. Egal, ich entscheide mich für die obere.

Keine Reaktion. Innen laufen Menschen an der Glastür vorbei.

Untere Klingel.

Keine Reaktion. Innen laufen Menschen an der Glastür vorbei.

Hm.

Beide Klingeln gleichzeitig.

Keine Reaktion. Innen laufen Menschen an der Glastür vorbei.

Inzwischen bin ich nicht mehr alleine vor der Tür, es sind noch drei andere Kunden dazugekommen.

Ich starte einen letzten Versuch.

An einem Fenster neben dem Eingang bewegen sich die Vorhänge, eine körperlose Hand ist zu sehen. Tatsächlich kommt nun ein Mitarbeiter, öffnet die Tür und sagt mir, dass die Arbeitsagentur erst um 7.30 öffnet, und auch da erst die Tür aufgemacht wird.

Ich sage, zu diesem Zeitpunkt immer noch höflich, dass ich ja einen Termin hätte und man solle ja klingeln …

„Wir öffnen erst um 7:30 Uhr.“

Sagt’s und schließt die Tür wieder.

Es ist 7:26 Uhr.

Pünktlich um 7:30 Uhr ist Einlass.

Ihr Termin findet auf Serviceplatz 1 (Eingangsbereich) statt.

Vielleicht hat man das heute so:  Zumindest hier in Lampertheim gibt es direkt im Eingangsbereich der Arbeitsagentur Serviceplätze. Die sind mit ein paar Stellwänden abgetrennt, man kann also wirklich mit ein bisschen Konzentration hören, was an den anderen Plätzen gerade als Service ausgegeben wird. Sehen kann man das auch, durch die Durchgänge zwischen den Stellwänden. Die Kunden kann man dabei vom Eingangsbereich etwas besser sehen als die Servicekräfte.

Es stellt sich aber heraus, dass Serviceplatz 1 die Rezeption ist, besetzt von einem etwa 12 Jahre alten Mädchen, im folgenden Bericht von mir wertfrei als Empfangstrulla bezeichnet.

Ich gehe also hin, frage nach Serviceplatz 1 und erfahre: Ich bin schon richtig. Die Empfangstrulla fragt mich nach dem dem Bewerbungsanschreiben. Ich überreiche es und frage, ob ich zu jedem Termin eines mitbringen muss. „Nein, das war jetzt nur, weil wir von Ihnen noch keines haben.“

Auf meine Entgegnung, ich hätte aber doch bereits zwei per E-Mail geschickt, erfahre ich: Es ist angeblich nichts angekommen.

Die Empfangstrulla, in misstrauischem Ton: „Wo haben Sie das denn hingeschickt?“

Ich: „An die Adresse, die ich von Frau R. (meine zuständige Beraterin) bekommen habe, irgendwas mit Lampertheim123 …“

„Hier ist nichts angekommen. Haben Sie denn eine Bestätigung bekommen, dass das Schreiben bearbeitet wurde?“

„?“

„Daran merken Sie, dass es nicht angekommen ist.“

Aha. Hätte ich  mir gleich denken können, dass die E-Mail nicht angekommen ist, wenn ich diese Bearbeitungsbestätigung nicht bekomme! Ich Dummerle!

Leicht verwirrt frage ich, wem ich denn nun meinen Leistungsantrag geben dürfe.

Kurze Exkursion: Den Leistungsantrag habe ich schon seit Wochen und endlich war ist auch die Arbeitsbescheinigung vom Arbeitgeber dazugekommen . Ich rufe also bei der 01801-Nummer der Agentur für Arbeit an und frage, was ich jetzt damit machen solle. Erfahre, dass ich dafür von der für mich zuständigen Niederlassung einen Termin bekomme, an dem das direkt vorab bearbeitet wird, damit alle Informationen drin sind und ich auch gleich Auskunft bekomme. Gut.

Wenige Tage später bekomme ich auch meine Einladung, eben die für heute. Die ich, rückblickend durchaus dumm, dahingehend auslege, dass das der große Auftritt für meinen Leistungsantrag wird, und ich aus unerfindlichen Gründen halt auch noch ein Bewerbungsschreiben abgeben muss.

Zurück zu heute: Ich frage die Empfangstrulla also, was ich mit meinem Leistungsantrag anstellen solle. Sie gibt mir einen Termin für Montag. Ich bin nur mittelmäßig begeistert, und weil ich es einfach nicht glauben mag, frage ich noch ein letztes Mal nach:

„Das heute war also einfach nur, um das Anschreiben abzugeben?“

„Ja, weil Sie uns das noch nicht geschickt hatten.“

Als ich gehe, halte ich die Bezeichnung Serviceplatz für irreführender als je zuvor.

Ich muss zugeben: Wenn ich nicht von der frühen Uhrzeit und dem Serviceplatz 1 so abgelenkt gewesen wäre, hätte ich natürlich auch sehen können, dass auf der Einladung als Betreff tatsächlich Vorlage Bewerbungsanschreiben steht (genau genommen ist es die „1. Einladung“, was dem Ganzen einen unerwarteten und aufregend bedrohlichen Beigeschmack gibt).

Dumm gelaufen für mich.

Ich will ja nicht mal unterstellen, dass den Arbeitsagenturlern einer abgeht, wenn sie einen so vollkommen sinnlos rumscheuchen (doch, will ich eigentlich schon) .

Aber ich bin mir relativ sicher, dass ihnen nicht klar ist, wie unglaublich ineffizient sie sind. Ist es denn wirklich sinnvoller, mir eine Einladung zu schicken und mich wegen eines einzigen Blattes Papier antanzen lassen, als mich telefonisch, per E-Mail oder ja, meinetwegen auch per Post zu informieren, dass sie immer noch kein Anschreiben von mir haben, und ich solle ihnen das bitte zukommen lassen? Per Post, E-Mail, oder persönlich vorbeigebracht?

Abgesehen von meiner natürlich Faulheit und Abneigung gegen die Arbeitsagentur, die noch in kein Leben Freude, Stolz, oder Motivation gebracht hat (und bezahlte Arbeit wahrscheinlich auch nur durch Zufall vermittelt), ärgert mich aber auch:

Nicht alle von der Agentur Verwalteten wohnen in der Nähe der zuständigen Filiale. Ich habe heute nur eine Stunde meines Lebens und ein bisschen Hoffnung verloren.

Andere Menschen müssen eine mehr oder weniger lange Anfahrt in Kauf nehmen, müssen sich vielleicht einen Babysitter suchen, müssen sich damit abfinden, dass die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel aus einem 20-Minuten-Termin einen Vier-Stunden-Unternehmen macht, sie müssen sich eventuell ein Auto organisieren oder jemanden bitten, sie zu fahren. Und meine Fresse, Leute, ihr müsst mir das jetzt einfach unbesehen glauben: In dieser Lage auch noch ständig Familie oder Freunde um Hilfe bitten zu müssen … das macht keinen Spaß.

Gut, dass man willkürlich einen Termin aufgedrückt bekommt, den man wahrzunehmen hat, ok. Als Arbeitsloser wanzt man eh nur daheim auf dem Sofa rum und kratzt sich am Arsch, da ist es ja egal, oder?

Was aber auch bedacht werden sollte: Wer zu einem Termin der Arbeitsagentur geht, dem können die Fahrtkosten erstattet werden. Ob das wirklich gemacht wird, ist eine andere Sache, die finden ja gerne Möglichkeiten, einen auf den Kosten für ihren eigenen Scheiß sitzen zu lassen. Aber wenn die Kosten erstattet werden, ratet mal, woher das Geld kommt?

Genau.

Das sind eure Steuergelder.

Ihr zahlt also nicht nur die Angestellten der Agentur, die morgens an der Eingangstür vorbeigehen, Kaffeetasse in der Hand, Blick von der Tür abgewendet, um nur ja keinen Augenkontakt mit der dumpfen Masse der Arbeitslosen und Arbeitssuchenden zu machen. Ihr zahlt auch die Fahrtkosten für jemanden, der einfach nur ein einziges Blatt Papier abgeben muss. Ich wage zu behaupten, dass die Fahrtkosten nur selten niedrigen sind als die 55 Cent für das Briefporto.

Your tax money at work.

Wichtige Durchsage.

Ihr habt ja alle, ob ihr nun wolltet oder nicht, meine episch lange Leidensgeschichte mit den Weihnachtsvögeln mitgemacht.

Und falls ihr nicht wisst, wovon ich spreche: Schämt euch! Und dann lest hier und hier und hier nach.

Heute morgen war eine Mail von meiner  Mama im Maileingang, mit diesem Anhang:

Schachtel mit Weihnachtsvögeln

Bezeichnend an der Sache ist natürlich, dass ich mit den Vögeln schon vollkommen abgeschlossen hatte. Und trotzdem zufällig gestern morgen auf dem Weg ins Büro an die Dinger gedacht habe, aber zum ersten Mal seit Monaten ohne Qual und Verzweiflung.

Und haltet ruhig mich für eine alberne und sentimentale Kuh, aber dass meine Mutter die gerade gestern gefunden hat, und ich die Mail gerade heute bekommen habe, scheint mir ein gutes Omen zu sein.

Vielleicht wird doch noch alles gut.

Oder zumindest nicht so schlimm.

Der Oktopus im Hirn.

Ich gehe mal davon aus, dass zumindest einige von euch mit Futurama vertraut sind. Da gibt es die Gehirnschnecke, die sich, surprise, von außen ans Gehirn andockt und die Menschen dann steuert.

Manchmal hab ich auch sowas, ich nenne das aber gern den Oktopus im Gehirn. Einfach weil ich Oktopus ein schönes Wort finde, und natürlich weil die Tiere unglaublich faszinierend sind (Biologen, steinigt mich, ich werfe Oktopusse, Kraken und Tintenfische gerne in einen – sprichwörtlichen! – Topf) (obwohl ich Tintenfische eigentlich nicht so sympathisch finde) (und ich weigere mich auch, „Oktopoden“ zu sagen).

Jedenfalls, Oktopusse, super.

Kleiner Oktopus schützt sich mit zwei Muschelschalen

Oktopus im Gehirn, das ist so etwas wie eine fixe Idee. Oktopus ist deswegen ein besonders gutes Bild dafür, weil diese Ideen und Besessenheiten wirklich an allen Stellen des Gehirns und meiner Persönlichkeit ansetzen. Alle Saugnäpfe aller Tentakel voll im Einsatz.

Spitzenbeispiel, weil tatsächlich auch ein Oktopus, ist dieser Möbelgriff hier:

Oktopus-Griff von www.rusticahardware.com

Für den Hirnoktopus sind mehrer Faktoren ausschlaggebend:

1. Der Oktopus muss mehr oder weniger unerreichbar sein, entweder aus logistischen oder finanziellen Gründen.

2. Der Oktopus muss zu einem Zeitpunkt großer seelischer/geistiger Bedürftigkeit kommen.

3. Der Oktopus muss, auch wenn ich ihn erreichen bzw. mir leisten könnte, praktisch vollkommen inkompatibel mit meinem Leben sein.

Und unter diesen Umständen erreicht der Oktopus dann eine krankhafte Macht über mich und mein Denken. Das bedeutet: Ich kann an kaum etwas anderes denken, und ich bin mir sicher, absolut sicher, dass der Oktopus die Macht hat, mein Leben zu ändern – was er aber nicht tun wird, weil er ja unerreichbar ist (siehe 1).

Tja.

Der Oktopus-Oktopus vom Bild trat in mein Leben, ihr ahnt es, als ich umziehen musste. Hätte ich nur diesen Griff an irgendeinem Möbelstück gehabt, wäre die ganze Wohnsitutation besser gewesen.

Klar.

Frühere Oktopusse waren beispielsweise diese Schuhe, diese Tapete, dieses Buch und dieses Parfum (das habe ich inzwischen, und es hat sich von der Obsession zur Freude gewandelt) und Schmuck von H. Stern. Anhand der Schuhe, die schon mehrmals vergriffen waren, und des Buches sieht man auch noch eine Art Unteraspekt: Falls das Angebot limitiert ist, bekommt der Oktopus noch ein bisschen … Extrasuktion. Mehr Sog, quasi.

Der aktuelle Oktopus ist dieser türkisfarbene Augenschmeichler hier:

Picard Laundry, Licht meines Lebens

(Und darf ich hier mal kurz einen Exkurs machen und fragen, warum Picard keine eigenen Bilder davon auf der Seite hat, und ich das hier von Zalando nehmen musste?! AUSSERDEM: Haben die echt kein Twitterkonto und keine Facebookseite? Tiefste Steinzeit. Obwohl, ich könnte mich da ja mal bewerben.*)

Jedenfalls. Die Tasche. 200 Euro. Kann ich mir normal nur schlecht leisten, jetzt gar nicht (siehe Punkt 1, interessanterweise in diesem speziellen Fall untrennbar verknüpft mit Punkt 2). Aber natürlich wäre mein Leben viel besser, wenn ich die Tasche hätte. Glück im Spiel. Glück in der Liebe. Glück im Vorstellungsgespräch. Ok, das habe ich nicht nötig, ich bin toll bei Vorstellungsgesprächen … aber ihr wisst was ich meine.

Ich sehe direkt vor mir, wie ich meine Kindle aus der Handtasche ziehe, irgendwo in Deutschland im ICE, und dann werde ich entdeckt. Weil, das ist schon irgendwie die typische Art, wie Online-Redakteurinnen gecastet werden, oder?

Und ja, ich weiß schon, dass das vollkommener Schwachsinn ist. Aber ich komme trotzdem nicht los davon. Eigentlich macht es das nur noch quälender. Falls ihr so etwas auch kennt, wäre ich über Mitgefühlsbekundungen in den Kommentaren dankbar.

Alternativ: Medikamentenempfehlungen.

*Verdammt. Da hab ich mir selber wieder einen Floh ins Ohr gesetzt. Jetzt werde ich mich da tatsächlich bewerben müssen. Und apropos bewerben – ich habe heute die Website von Namics besucht. Die haben alle ihre Mitarbeiter auf der Seite, aufgeschlüsselt nach Standort, Kompetenz und Name. Man kann also schauen, wer in Frankfurt arbeitet, wer was macht, und man kann auch nach Namen suchen.

Und weil ich eben so gepolt bin: Bei der Vorstellung der Menschen gibt es auch den Punkt Haustier. Und das ist klickbar, man sieht also sofort, wer alles eine Katze hat! Das ist so ungefähr das Schönste, was ich seit langem auf einer Website gesehen habe.

Ach kommt. Das überrascht euch jetzt nicht wirklich, oder?