Das Rätsel der Menschheit: Gelöst.

Nachdem ich neulich dazu aufgerufen hatte, meinen Lieblingssuchbegriff zu erraten, erhielt ich auch einige Reaktionen darauf – nicht nur als Kommentar, sondern auch per E-Mail oder klassisch im richtigen Leben.

Natürlich liegt ihr fast alle falsch, gewusst haben es nur Johanna und Bine:

was machen tintenfische so gerne

Echt ey. Wie kann man nur auf was anderes tippen?!

Jedenfalls, Johanna wünscht sich statt einer Postkarte einen Blogeintrag zum Thema. Klingt interessant … mal sehen, wie ich mit dieser Herausforderung fertig werde!

Ach das Bild? Hat keinen Grund, es gefällt mir nur.

Löse das Rätsel der Menschheit

Am Anfang fand ich das Blog toll, weil ich so meine Botschaft mit geringem Arbeitsaufwand unters Volk bringen kann. Dann war mir der therapeutische Nutzen wichtig – ich kann mir hier praktisch alles von der Seele schreiben.

Im Moment geht es aber hauptsächlich darum, mit welchen Suchbegriffen die Leute hierher kommen. Fast täglich teile ich das mit meiner Twitter-Timeline, aber manchmal sind die Suchbegriffe zu lang oder zu jugendunfrei für Tagsübertweets. Deshalb habe ich die Suchbegriffe dieser Woche mal zusammengefasst.

sex badeanzug
apropos gar nix blog
badeanzug.at
ökotest 4/2008 premiumweiß
sandalen reiben
nofretete
sexkontakte auf die e-mail adresse auch sichtbar
birmakatze
löse das rätsel der menschheit
hardcore porno
kakaobohne wow
katze funny
schlechte laune
seal point katze
badeanzug für mollige
heilige birma seal point
siamkatze lustig
schuhtrends 2011
gesockse
birma katze
badeanzug titten
nick westenthanner
ich bin dick wo find ich kleidung
trinache pflanzen
mango mojo
karibisches gesteck
dm -depeche -cm -mark -meisterschaft
waffeln
schönsten katzenrassen
badeanzug für mollige
badeanzüge die den arsch verdecken
h&&m badeanzug
was machen tintenfische so gerne
wochenzeitung
agentur für arbeit serviceplatz
apropos garnix
was anziehen
wie lerne ich den mannheimer aktzent
muss ich den ausweis mitführen
leoparden badeanzug h&m
germknödel
elektronische post bei arbeitsagentur lampertheim
komplet badeanzug mit bügel groß
badeanzug h&m 2011

 

Einige davon kann ich verstehen und nachvollziehen, andere dagegen finde ich eher … esoterisch. Fast schon hermetisch.

Wer meinen Favoriten errät, bekommt eine Postkarte meiner Wahl zugesendet.

Der Badeanzug

Ihr wisst ja, dass ich klein und dick bin. Das ist meistens kein Problem, außer wenn ich was von oben im Regal brauch (da stört das „klein“) oder wenn ich halt was zum Anziehen kaufe (da stört das „dick“, manchmal auch das „klein“, oft die Kombination).

Natürlich bin ich wegen meines Körpers so unsicher, dass ich mir meistens am liebsten so einen Ganzkörperkaftan überwerfen würde, wenn das nicht noch auffälliger wäre als westlich gekleidet fett zu sein. Ich vermute aber, das ginge mir auch im Schlankheitsfall so. Jedenfalls, dick, unsicher. In a nutshell.

Heute morgen hatte ich aber beschlossen, mir mal wieder einen Badeanzug zu kaufen, damit ich schwimmen gehen kann, was ich sehr sehr gerne mache, aber schon seit Jahren nicht mehr getan habe.

Als erstes war ich im Online-Shop von H&M, weil ich da neulich im Newsletter so einen netten Badeanzug gesehen hatte.

Plus-Size-Model Tara Lynn im H&M-Leo-Badeanzug

Das Bild habe ich übrigens aus dem britischen Online-Shop, und warum zum Henker ist der so viel übersichtlicher als der deutsche?!

Ich weiß, viele von euch sind strikt gegen das Leopardenmuster, ich find’s aber lustig. Egal, den Anzug scheint es nicht mehr zu geben, was nicht so schlimm ist, ohne drei Kilo Goldschmuck und Sonnenbrille ist der ja eh nix.

Ich will seit Jahren sowieso einen Badeanzug mit Schwimmerrücken, der auch beim Schwimmen da bleibt, wo er hingehört. Ich finde es nämlich recht lästig, alle vier Schwimmzüge in den Ausschnitt greifen zu müssen und meine Brüste händisch wieder zurechtzurücken. Es ist lästig, es ist undamenhaft, und es nimmt einem ein bisschen den Spaß am Schwimmen.

Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Es gibt in meiner Größe Badeanzüge mit neckischen angesetzen Röckchen, die dicke Hintern und dicke Schenkel verdecken sollen. Es gibt Badeanzüge mit Bügel, die den mächtigen Donnerbusen im Zaum halten, schlankmachenende Panels am Bauch, figurschmeichelnde Raffungen in der Taille.  Das ganze ist gerne kaschiert mit matronenhaften Blumenmustern, oder halt fröhlich-sommerlich schwarz.

Was es nicht gibt: Badeanzüge in meiner Größe mit Schwimmerrücken. Genauer gesagt: Badeanzüge mit Schwimmerrücken in meiner Größe und meiner Preisklasse. Ich habe keine 90 Euro (im günstigsten Fall) übrig für sowas. Leider.

Wie ich eben so bin, hab ich das meiner Timeline direkt mitgeteilt:

Wir Dicken hören ständig, wir müssten unseren faulen Arsch endlich mal hochkriegen. Die passende Kleidung für Sport? Fehlanzeige.

Und NATÜRLICH war die erste Reaktion darauf:

ist die fehlende Kleidung nicht Motivation genug?

Der gewiefte Leser entdeckt natürlich, dass das als Antwort/Reaktion auf meinen Tweet keinerlei Sinn ergibt, aber das ist ja nichts Neues.

Neulich habe ich beispielsweise getweetet (ich zitiere aus dem Gedächtnis) : „Ich brauche für die Konfirmation meines Patenkindes eine Frisur, ein Kleid und Schuhe. Was tun?“

Die erste Antwort darauf (ebenfalls aus dem Gedächtnis): „Inneren Scheinehund besiegen, runter vom Sofa und aktiv werden!“ Auch hier: Keinerlei offensichtlicher Bezug auf meine Aussage, dafür ein extra-surreales Element bei der Kombination „Innerer Schweinehund – Frisur“.

Ich war damals nah dran, den Twitterer zu entfolgen, habe es dann aber nicht getan, weil ich ihn normalerweise recht gut leiden kann, und weil ich mich mit eisernem Willen daran festhalten will, dass er statt „Frisur“ vielleicht „Figur“ gelesen hat. Das kann ja mal passieren.

Anyhoo. Ich habe nicht immer Lust, solche Bemerkungen einfach so hinzunehmen, und ich habe auch verdammt noch mal keine Lust, mich für mein Gewicht zu entschuldigen. Ich habe also gefragt, wörtlich, was das denn für eine schwachsinige Bemerkung sei.

Wer von euch mir auf Twitter folgt, hat das vielleicht mitverfolgt, vor den anderen will ich den Kerl nicht bloßstellen (also wollen schon, aber ich bin mir zu gut dazu). Ich fasse deswegen die komplette Konversation kurz zusammen: Ich bin so dick, weil ich eine faule Sau bin, findet er (habe ich erwähnt, dass der mir erst seit einem Tag folgt und mich im echten Leben gar nicht kennt?).

Ich habe ihn dann entfolgt und geblockt, weil ich in meiner Timeline so einen verletzenden Scheiß nicht lesen will. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich die moralische Verliererin bei der Sache bin.

Passenderweise kam kurze Zeit später ein Tweet rein, in dem sich jemand über die Unattraktivität der Nachbarin in einem Leo-Bikini geäußert hat. Das hat natürlich genau in meine noch offene Wunde getroffen, und ich habe generell alle angemotzt.

Weil ich glaube, dass viele den ganzen Vorgang nicht verstehen, will ich hier mal aufklären:

1. Ja, ich lache viel und bin ein fröhlicher Mensch. Das heißt aber nicht, dass es mich nicht verletzt, wenn ihr mein Gewicht kommentiert, oder besser gesagt, wenn ihr meint mir erzählen zu müssen, was ich tun muss um abzunehmen. Ihr habt (in den allermeisten Fällen) keine Ahnung von meinem Leben, deshalb einfach mal das Maul halten.

2. Bemerkungen wie „Ich muss dich und deinen Lebensstil nicht kennen, ich weiß auch so, dass du selber an deinem Gewicht schuld bist“ sind ebenso unhilfreich wie blöd.

2. Egal wie ihr zu Leo-Muster steht: Es ist nicht die Aufgabe anderer Leute, eure „ästhetischen“ Ansprüche und Wünsche zu erfüllen. Wenn die Nachbarin eben den Leo-Bikini mag, soll sie den anziehen. Fertig. Das gilt auch für Quergestreiftes, Jeansleggings und Socken in Sandalen. Mode ist (zugegebenermaßen nur für einige wenige Privilegierte) ein Weg sich selbst auszudrücken, und kein Instrument der Unterdrückung und Diskriminierung.

4. Ja, es ist tatsächlich so, dass ich vor lauter Angst vor eventuellen gemeinen Bemerkungen über mein Aussehen schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr im Schwimmbad war. Manchmal war ich wenigstens noch an irgendwelchen Badeseen, aber es gibt ja heutzutage kaum mehr welche mit abgeschiedenen Ecken, die fallen also auch flach.

5. Ja, es ist armselig.

 

Gerade entdeckt und ungeheuer passend: Too fat for summer?

 

Eilige Eilmeldung!

Ihr Lieben, ich habe mal wieder Probleme mit dem Blog-Mojo. Ich habe drei angefangene Posts rumliegen, keiner davon entwickelt sich auch nur annähernd so, wie ich mir das vorstelle.

Aber egal, dann betreibe ich halt ein bisschen Eigenwerbung: Auf meinem „beruflichen“ Blog ist ein Artikel über meinen ersten großen Auftrag online!
Die G’schicht vom Smoking, sozusagen, zum Lesen bitte hier entlang!

Übrigens habe ich natürlich auch eine Facebookseite für mein Winzunternehmen. Das Klicken auf „Gefällt mir“ wird von mir sehr ermutigt!

Mannheimer Akzent

In der Schule war ich in Fremdsprachen immer besonders gut. Auch in Französisch, auch im Diktat. Mein größtes und eigentlich einziges Problem waren die Akzente.

Ich konnte mir schon damals nur schwer erklären, welcher Akzent wohin gehört. Um meine makellose Diktatbilanz aber nicht zu versauen, habe ich mit eine geniale Strategie zurechtgelegt: Ich habe weder einen accent aigu noch einen accent grave gesetzt (den circonflexe konnte ich ja), sondern einfach einen senkrechten Strich auf den betroffenen Buchstaben geknallt. Klappte jahrelang wunderbar und brachte mich auch zum 14-Punkte-Französisch-Abi.

Heute weiß ich natürlich, dass das eine total halbarschige Lösung ist. Damals dachte ich allerdings, ich hätte mich schlau aus der Affäre gemogelt und keinerlei Angriffsfläche geboten. Aalglatt, geschmeidig, ölgetränkt.

Warum ich das erzähle? Weil es mir so vorkommt, als habe die Mannheimer Staatsanwaltschaft ählich gehandelt. Nach dem beliebten Motto „Bei einem guten Kompromiss ist jeder unzufrieden“ hat die Staatsanwaltschaft jetzt ein Strafmaß von 4 Jahren und drei Monaten gefordert.

Im Klartext bedeutet das, dass die Staatsanwaltschaft entweder einen Vergewaltiger mit popligen vier Jahren und drei Monaten davonkommen lassen (immerhin für eine besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung), oder alternativ einen Unschuldigen vier Jahre und drei Monate einsperren will.

Fast schon macchiavellisch-salomonisch in der Art und Weise, wie die Mannheimer Justiz hier gar keinem gerecht wird.