Ok, ich bin nicht Sofia Petrillo, und es geht nicht um Sizilien. Es geht um Geschwisterliebe.
Ich weiß nicht, ob ich schon einmal über meinen großen Bruder gesprochen habe. Als wir in der sechsten Klasse eine Skireise machten, hat er mir vorher gesagt, dass ich keine Ohrringe tragen soll, weil bei großer Kälte die Ohrläppchen dadurch erfrieren können. Ich trage bis heute im Winter kaum Ohrringe, teilweise auch, weil ich es nicht so mag, wenn sie sich im Schal verheddern und am Ohr zerren. In Wirklichkeit mach ich das aber deswegen nicht, weil mein Bruder mir das gesagt hat.
Wenn ich Auto fahre, und an dieser einen bestimmten Stelle kurz vor meinem Heimatdorf in der Kurve auf der linken Straßenseite fahre, weil das einfach geschmeidiger geht, dann denke ich an meinen Bruder. Er hat das nämlich an der selben Stelle genauso gemacht, als er seinen Führerschein noch ganz neu hatte und mit mir unterwegs war. Und noch heute höre ich meinen Bruder sagen: „Du machst das aber mal nicht wenn du selber fährst!“
Meinen Bruder liebe ich von allen Menschen auf der ganzen Welt am meisten, vielleicht sogar mehr als mich selbst. Ich glaube, er ist auch der einzige Mensch, von dem ich sicher weiß, dass er mich immer versteht. Klar, er weiß ja buchstäblich wo ich herkomme!
Wir reden nicht wahnsinnig viel miteinander, wir sind einfach nicht die Geschwister, die jeden Tag miteinander telefonieren und sich alles erzählen. Aber ganz oft haben wir, wenn wir uns treffen, so ganz spezielle Momente, an denen wir genau wissen was der andere denkt.
Stellt euch vor: Sizilien, 1922 Petersaurach, 3. Mai 2008. Wir waren beide auf der Geburtstagsfeier einer Freundin. Irgendwann kurz vor zwei Uhr morgens ruft mein Bruder, nicht mehr ganz nüchtern, quer durch den Raum:
„Schwesterherz, von wem stammt denn Alles fließt?“
„Heraklit!“
Ich habe ihn nicht gefragt, warum er das grad wissen musste.
Ich habe ihn nicht gefragt, warum er dachte ich weiß das.
Ich habe ihn nur angesehen, und er mich, und in diesem Moment gab es auf der ganzen Welt keine zwei anderen Menschen, die verwandter waren als mein Bruder und ich.
Lateinamerikanische Literatur. War noch nie so unbedingt meins, obwohl ich sie nicht so aktiv vermeide wie die Werke russischer Autoren.
Jetzt hab ich aber bei meinem desaströsen „Shopping“-Trip nach Mannheim gestern aber diesen sehr netten Band gesehen: Asado verbal!
Auf Farben spring ich ja immer gut an, der Titel finde ich auch super, also hab ich ein bisschen reingelesen, übrigens auch in ein paar andere Bücher der Reihe, und es gekauft. Gestern gekauft, heute noch nicht bereut! Das ist ein gutes Zeichen. Und wer weiß, vielleicht bewegt mich grad die argentinische Literatur dazu, dem Kontinent mal eine Chance zu geben. Ich glaube, das ist kein Zufall: Schließlich hat mir das Blog von percanta (Link findet ihr im Seitenbalken) die Chance gegeben, in das argentinische Leben hineinzuschnuppern.
Auch kein Zufall: Seit dem Kauf hab ich dauernd Appetit auf Fleisch! War ja klar.
Apropos garnix: Ich bekomme den Newsletter von Dawanda. Dieses Mal hat er mich unter anderem auf ein extrem hübsches Paar Ohrringe aufmerksam gemacht hat, den Lemon and Tangerine Dream des Verkäufers cochise58.
Die gefallen mir richtig richtig RICHTIG gut, obwohl Gold ja AUCH nicht so mein Ding ist. Aber ich gewöhne mich langsam daran, dass mir jetzt Sachen gefallen, die mir früher … eben nicht gefallen haben.
Zudem versprechen sie, das Chakra 2 zu unterstützen (laut Wikipedia Sexualität, Sinnlichkeit und Kreativität, unter anderem). Hmmm. Schöne Ohrringe & ein ordentlich durchgeputztes Sakralchakra. Win/win, oder?
Kann mir jemand zu- oder abraten? Hat vielleicht schon jemand Erfahrung mit chakraaktivierendem Geschmeide?
Apropos asado: Das erinnert mich dauernd an diesen Werbespot:
Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich umgezogen bin? Ja, dacht ich mir schon. Dann hatte ich Probleme mit dem Internet (es lag am Router, wie ich von Anfang an vermutete, aber ich musste trotzdem vier Tage lang mit der Telekom telefonieren bis die mir das glaubten). Jetzt ist aber alles wieder in Ordnung, zumindest internettechnisch.
Ich darf euch berichten, dass mein Schlafzimmer praktisch fertig ist. Bis auf die Abschlussleisten an Wand/Decke, aber das liegt nicht in meiner Hand. Ich hab die Wand weiß gestrichen, im Schweiße meines Angesichts (und im Blute meiner Schienbeine, freak accident, aber ihr kennt mich ja inzwischen) die Vorhangstange angebracht, meine Vorhänge gefärbt & aufgehängt, ENDLICH meine Klamotten in den Schrank transferiert (wobei mir auffiel: omg, ich hab nix anzuziehen! Aber ich warte gerade darauf, dass manomama ein Wickelkleid, oder noch besser ein Kleid in Wickeloptik bringt) ), und schließlich den schönen cremefarbenen Teppich passend zu den Vorhängen eingefärbt. Cremeweißer Teppich auf ganzweißem Fliesenboden, das sieht einfach nicht aus.
Oh, und Fenster geputzt. Auch das so eine Sache … ich weiß schon, dass ich evtl. mehr Neigung zum Putzen hab als andere Leute – aber ich hab’s eben gern so sauber, dass ich beim Schlafen/Auf-dem-Sofa-Sitzen/Duschen keine Angst haben muss mir eine exotische und peinliche Krankheit zuzuziehen. So sue me.
Obligatorische Vorher-Nachher-Bilder:
Vorher:
Nachher:
Jetzt schau ich mir das Nachher-Bild so an, und ich finde: Es muss eine lilane Orchidee her. Gibt es sowas?
Schlafzimmer ist also so weit fertig. Mit den anderen Räumen halte ich euch natürlich auf dem Laufenden.
Aktuell sehe ich mir übrigens Drop Dead Diva an. Gefällt mir. Plot: Modell stirbt, ihre Seele flutscht dann in den Körper einer frisch erschossenen intelligenten Anwälten. Aber leider, Schicksal schlimmer als der Tod: Anwältin ist dick.
Ich hab die erste Season auf DVD gewonnen, bei www.dickewelten.de – das übrigens, und das wird wieder keinen interessieren, was mir aber voll worschd ist, und ihr könnt nix dagegen machen, weil das hier mein Blog ist und nicht eures, und wo war ich jetzt grad? Ach ja. DickeWelten ist auch aus Mittelfranken! Yay Lokalpatriotismus!
So, jedenfalls, hier der Trailer zu Drop Dead Diva:
Wie gesagt, gefällt mir. Zumindest bisher, bin grad erst mal halb durch die erste Folge.
Abgesehen davon habe ich gerade mal wieder eine ePetition beim Bundestag unterschrieben, und zwar eine Petition für die kultursensible und muttersprachliche Psychotherapie für Menschen mit Zuwanderungshintergrund. Über die habe ich vor einiger Zeit auf der Arbeit schon einmal gebloggt, und habe da wohl versäumt mitzuzeichnen. Die Sache ist gut, die Petition berechtigt – aber leider ist sie meiner Meinung nach so schlecht präsentiert und argumentiert, dass sie keinerlei Chancen hat.
Im Prinzip geht es darum, dass man, um mal ein Beispiel zu nennen, einer Frau, die aus [irgendein Kriegsgebiet]nach Deutschland kommt, die Krieg, Vertreibung, Folter und Vergewaltigung erfahren hat, JETZT SOFORT hilft, und zwar indem man ihr einen Therapeuten bzw. eine Therapeutin gibt, die nicht nur ihre Sprache spricht, sondern die idealerweise auch aus der gleichen Gegend kommt und weiß, wie das Leben der Frau ausgesehen hat.
Vernünftiger Ansatz, sollte man meinen. Ist aber nicht immer so, da die Krankenkassen das nicht immer zahlen, Begründungen und mehr Info findet ihr im Text der Petition.
In der Diskussion gibt es nichts, was man bei der Thematik nicht erwartet hätte: „Die Ausländer sollen Deutsch lernen; wer hierher kommt, soll sich unseren Sitten anpassen; etc.“. Natürlich geht es aber nicht darum, das Deutsch lernen (was ich für eine vollkommen richtige Forderung halte) zu ersetzen. Es geht doch wohl darum, dass man beschädigten Menschen hilft, wieder funktionieren zu können – und zwar sofort, und ihre zerbrochenen Seelen und Persönlichkeiten nicht jahrelang einfach mal sein lässt, bis sie so kaputt sind, dass sie im Prinzip einem Gemeinwesen nur noch schaden können. Und das, liebe Leute, ist weder menschlich und, auch wenn es zynisch klingt, es dürfte sich auch volkswirtschaftlich rechnen, wenn die armen Geschöpfe erst mal durchgedreht sind und dann lebenslang irgendwo aufbewahrt werden müssen.
Sofort helfen, und dann Deutsch lernen lassen. Schon wenn einem das die Menschlichkeit nicht gebietet, sollte man sich doch denken können, dass das auf jeden Fall billiger kommt.
So hätte das auch in der Petition stehen sollen, aber leider wird da lieber mit Ausdrücken wie „kultursensibel„, „Zuwanderungshintergrund„, „PsychologInnen“ und, meinem Favoriten, „gendersensibel“ rumgeschwurbelt.
Klassischer Knieschuss, wenn ihr mich fragt. Trotzdem, geht hin und unterschreibt, das geht noch bis zum 1. Juli.
Ich wollte euch eigentlich erzählen, wie der Umzug gelaufen ist (Nix hin, nur der Couchtisch hat jetzt mehr Charakter als zuvor, und ich war die einzige die geweint hat. Nicht wegen dem Couchtisch, so doof bin nicht mal ich.), und euch aktuelle Bilder zeigen. Aber was nicht so gut geklappt hat: Internet. War ja klar. Seit Tagen sind das jetzt die ersten Minuten, in denen der Internetzugang nicht einfach von selbst sofort wieder zusammenbricht. Wenn das geregelt ist, dann gibt es ein amtliches Update!
Seit gestern bin ich in meiner neuen Wohnung. Alle Besitztümer sind hier, also außer den paar Kartons mit Büchern, die IMMER noch bei meinen Eltern wohnen. Hier schaut’s noch aus wie Sau, aber wenigstens ist der elende Umzug jetzt vorbei.
Ich muss sagen, Hut ab vor allen Leuten die so etwas alleine gebacken kriegen. Ich bin nur deswegen nicht völlig zusammengebrochen – körperlich wie seelisch, weil mir Sabine, Michael, mein Bruder, meine Nichten und meine Chefs geholfen haben.
Heute bin ich so erschöpft, dass ich nicht wirklich effektiv was einräume oder so, nur zwischendurch trage ich einige Sachen eher planlos durch die Gegend. Ich werde mich heute vermutlich erst mal zünftig erholen, und dann morgen noch Gardinenstangen im Wohn- und im Schlafzimmer anbringen, dann sieht das alles gleich wohnlicher aus.
Bilder folgen, wenn ich den Nerv aufbringe, welche hochzuladen. Bis dahin ergötzt euch bitte an dem öffentlichen Facebook-Fotoalbum, mit Bildern der neuen Wohnung VOR dem Umzug. Erklärungen sind deswegen zweisprachig, damit auch die internationale Klientel was damit anfangen kann.
Wer möchte, kann gern mal eines der Bilder kommentieren, ich würde gerne wissen ob das bei öffentlichen Sachen geht, auch wenn der Kommentator nicht bei Facebook ist.